Gegner oder Befürworter?

Zu der Diskussion um Windkraft in der Verbandsgemeinde Kelberg - zuletzt im Artikel "Zufriedene Befürworter, sprachlose Gegner" (TV vom 9. Mai) schreibt dieser Leser:

Es ist mir ein Bedürfnis, einen Beitrag zur sprachlichen Hygiene zu leisten. Im TV wird immer von "Windkraft-Gegnern und -Befürwortern" geschrieben. Paradoxerweise ist es aber vielleicht gerade andersherum, jedenfalls gilt dies für mich. Denn in der Diskussion geht es nicht um die Realisierung umweltschonender Energieerzeugung, wofür wir uns jahrelang eingesetzt haben, sondern rein um die subventionierten Einnahmen, die sich die Kommunen durch das Aufstellen der WKA versprechen. Dies wurde auch deutlich in der jüngsten Ratssitzung ausgesprochen. "So viel wie möglich" anstatt "mit Maß und Ziel" scheint die Devise zu sein. Alle einschränkenden Anträge und Hinweise auf Erfahrungen mit WKA in anderen Bundesländern wurden nicht berücksichtigt. WKA machen nur dort Sinn, wo auch genügend Wind nachgewiesen ist. Diese Einschätzung möchte man lieber den Aufstellern überlassen, die aber später nicht die Betreiber sind (!). Auch nimmt man in Kauf, dass defekte WKA, aufgrund von zu geringen Einnahmen, später nicht repariert werden könnten - wie zum Beispiel in Uersfeld. 2014 habe ich noch für die Grünen kandidiert - im Glauben, für eine gute Sache einzutreten. In wenigen Monaten bin ich nun zu einem sogenannten "Windkraft-Gegner" geworden. Nicht, weil ich grundsätzlich etwas gegen regenerative Energien habe. Sondern, weil die Vorgehensweise und Entscheidungen in der Verbandsgemeinde Kelberg bedenklich sind. Es fehlen ein "sauberes" Verfahren und die Verhältnismäßigkeit in Bezug auf die ausgewiesene Fläche, die Anzahl der WKA und die Höhe der Anlagen. Abzüglich der Ausschlussflächen scheint die gesamte VG Kelberg als potenzieller Wind-"Park" gesehen zu werden. Wobei "Park" am Ende wohl ein Park-Platz defizitärer Hightech-Industrieanlagen sein wird. Eine umweltgerechte Energieerzeugung kann aber nur dann eine solche sein, wenn sie auch umweltgerecht umgesetzt wird. Ulrich Westerfrölke, Kelberg-Köttelbach