Gelungene Premiere

BITBURG. (red) Kleine oder größere Wunden hatte wohl jeder schon einmal. Nach einiger Zeit verheilen sie, und bei vielen erinnert später höchstens eine Narbe an sie. Allein in Deutschland gibt es aber rund vier Millionen Menschen, die unter schlecht heilenden oder nicht heilenden Wunden leiden.

Dekubitus, diabetische Füße oder das offene Bein gehören zu den häufigsten Erkrankungen. "Die Zahl dieser Patienten wird in Folge der steigenden Lebenserwartung in den nächsten Jahren wohl zunehmen", ist sich Dr. Diedrich Schlenkhoff, Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie am Clemens-August-Krankenhaus, sicher. Daher besteht ein großer Bedarf, diese chronischen Wunden durch gezielte Präventionsmaßnahmen zu vermeiden beziehungsweise adäquat zu behandeln. "Uns ist es sehr wichtig, dass die Therapie, die häufig im Krankenhaus beginnt, mit der Behandlung der niedergelassenen Kollegen stark verzahnt ist", beschreibt Schlenkhoff. Aus diesem Grund hat die Klinik niedergelassene Mediziner und deren Mitarbeiterinnen Ende August zum ersten "Bitburger Wundforum" eingeladen, um sich dort gemeinsam über Grundlagen der modernen Wundversorgung zu informieren. Auf dem Gebiet der Behandlung gab es in den vergangenen Jahren rasante Fortschritte. Die moderne Wundversorgung hält das Wundmilieu feucht und beschleunigt so die Wundheilung. Aber auch moderne Materialien verbessern die Therapie, "sind häufig in der Anschaffung aber auch sehr teuer", bemerkt Schlenkhoff. Dadurch, dass sie seltener gewechselt werden müssen, sind sie insgesamt allerdings preiswerter. Allein in Deutschland kostet die Versorgung chronischer Wunden rund fünf Milliarden Euro - und das jedes Jahr! Um sich den neuen Anforderungen eines modernen Wundmanagements zu stellen, hat das Clemens-August-Krankenhaus erst kürzlich zwei Krankenschwestern zu Wundtherapeutinnen ausbilden lassen. Zusammen mit den Medizinern stehen sie ihren Kollegen, den Patienten, aber auch den pflegenden Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Bei der Versorgung von Wunden gibt es verschiedene Phasen. Diese zu erkennen und entsprechend zu handeln, ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Anhand praktischer Fallbeispiele konnten die Teilnehmer der Fortbildung sich in der Beurteilung und Versorgung von Wunden schulen und lernten EDV-gestützte Modelle der Dokumentation kennen. "Dieses Wissen hilft uns, die Qualität unserer Therapie zu sichern und zu verbessern", ist der Chefarzt überzeugt, "und das ist unser oberstes Ziel."