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Gemeinde will Konzept für Dasburg

Gemeinde will Konzept für Dasburg

Mit dem Frühling kehren auch die Arbeiter in diesen Tagen wieder auf die Dasburg zurück. Während der erste Sanierungs-Abschnitt (der TV berichtete) weiterläuft, hat das Land die Ausschreibung für Abschnitt zwei eingeleitet.

Dasburg. Seit nahezu zwei Jahren wird auf der Dasburg gearbeitet, die seit 1947 dem Land gehört. Rund 2,4 Millionen Euro soll die Sanierung kosten (der TV berichtete).
Der erste Bauabschnitt zur Erneuerung der inneren Ringmauer und Teilen der Außenmauer hätte laut Planung bereits im Vorjahr abgeschlossen werden sollen. Der für die reparierten Mauern verwendete Mörtel aber brauchte höhere Temperaturen, als im Eifelherbst zu verzeichnen waren.
Konzept zur Nutzung


Deshalb geht es damit erst jetzt weiter. Und auch Abschnitt zwei soll in diesem Jahr beginnen, das Geld ist freigegeben, die Ausschreibung läuft. Dabei sollen die komplette Außenmauer und die Überbleibsel des Turms stabilisiert werden. Vorgesehener Abschluss: Ende 2012. "Das ist richtig Arbeit", sagt Ortsbürgermeister Werner André. An der Mauer müssten unter anderem zahlreiche Steine entfernt und neu eingesetzt werden, außerdem werde ein Ringanker eingebaut.
Gute Nachrichten für die Dasburger. Aber sie könnten noch besser sein, finden André und der Ortsgemeinderat: Denn die Gemeinde - und so beschloss es auch der Rat in seiner jüngsten Sitzung - will ein Konzept zur touristischen Nutzung des Wahrzeichens entwickeln und bittet deshalb um Unterstützung beim Land, dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld.
"Dasburg ist ja touristisch geprägt", sagt André. "Auch wenn es ein kleines Dörfchen ist." Außerdem gebe es in der VG kaum weitere Kulturdenkmäler. Etliche Gründe also, um den Publikumsverkehr auf der Burg anzukurbeln. Dabei müsse man keine Unsummen ausgeben: "Wir waren vor einiger Zeit in Burg Reuland - die haben mit relativ kleinen Mitteln etwas gemacht", sagt André.
So gebe es an der belgischen Nachbarburg einen informativen Besucherpavillon, einen Rundweg und die Möglichkeit zu größeren Festen. André könnte sich auch eine Zusammenarbeit mit Burg Reuland und dem luxemburgischen Vianden vorstellen - bis hin zu einem von Burg zu Burg wechselnden jährlichen Fest.
Vermarktung unterstützen


"Die Dasburg ist für uns touristisch wichtig, weil wir ja mit Burgen nicht sonderlich ausgestattet sind", sagt VG-Bürgermeister Andreas Kruppert (CDU). Deshalb werde man die Vermarktung der Burg auch mit der Tourist-Information unterstützen. Er will sich auch für Gespräche mit den zuständigen Stellen beim Land einsetzen: "Das Land investiert Millionen, da sollte es auch Interesse daran haben, dass wir Nutzen daraus ziehen", sagt Kruppert. "Es nützt ja nichts, wenn wir die Burg fertig da stehen haben und können sie nicht gebrauchen." Auch die Kreisverwaltung will helfen, teilt Michael Brück aus dem Büro von Landrat Joachim Streit mit.
Adressat für die Eifeler ist die Organisation "Burgen, Schlösser, Altertümer" in der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein. Sie verwaltet die historischen Bauwerke und Sammlungen im Landesbesitz und ist deshalb auch mit Dasburg befasst: "Unsere Aufgabe ist es, die uns anvertrauten Liegenschaften zu beleben und zu vermitteln", sagt Direktorin Angela Kaiser-Lahme.
Es gebe Bauwerke, bei denen man das selbst übernehme, in anderen machten es die Pächter. In Dasburg könne das praktisch nur die Gemeinde tun - die Direktorin begrüßt deshalb die Initiative aus dem Ort: "Ich bin immer sehr dankbar, wenn die Gemeinden ihre Kleinode wiederentdecken." Zwar sei kein Geld aus Koblenz zu erwarten - "aber wir können Tipps geben, wie sie die Dinge angehen können. Da helfen wir gerne mit. Wir wollen ja auch, dass die Anlagen wahrgenommen werden."
Ortsbürgermeister André freut sich über dieses Angebot - und wird nun den Ball aufnehmen, um die ersten Gespräche einzuleiten.DIE DASBURG


Die Dasburg dürfte älter sein als ihre erste Erwähnung zum Jahr 1222 im Prümer Urbar. Nach wechselvoller Geschichte fiel sie 1794 an Frankreich und wurde 1813 für 4400 Franken als Steinbruch freigegeben. 1947 ging sie in Landeseigentum über. Kuriosum aus der Zeit im spanisch-niederländischen Besitz: Unter den rund 50 Adelstiteln der niederländischen Königin Beatrix findet man auch den der "Herrin von Dasburg" (sowie von St. Vith und Bütgenbach in Belgien). Die Dasburg ist eine Station auf der touristischen Burgenroute "Gottfried von Bouillon", benannt nach dem Kreuzfahrer aus den Ardennen. fpl/ch