Infrastruktur: Gemeindechef gibt beim Lietzenhof Entwarnung

Infrastruktur : Gemeindechef gibt beim Lietzenhof Entwarnung

Ein Strafverfahren wirft Fragen auf über die Situation der Golfanlage. Burbachs Orts-Chef weiß nichts von einem Verkauf.

(ma) „30 Jahre Lietzenhof“ ist der Titel eines Golfturniers, das am Samstag auf der Anlage in Burbach stattfindet. Der von Wäldern und Wiesen umgebene 18-Loch-Platz ist seit 1989  Anziehungspunkt für Golfspieler – nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.

Seit einigen Jahren gibt es Pläne des Golfplatzbetreibers, 60 bis 80 Ferienhäuser zu bauen sowie ein Hotel, damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gesichert und stabilisiert werde (der TV berichtete am 10. Dezember 2016).

Nun ist durch ein Strafverfahren vor der dritten großen Strafkammer am Landgericht Trier öffentlich geworden, dass es interessierte Käufer für die Golfanlage gegeben habe. Der dann allerdings gescheiterte Kauf ist Gegenstand eines Strafverfahrens, in dem sechs Angeklagten Betrug vorgeworfen wird.

Diese seien an den Betreiber herangetreten, angeblich  um den Lietzenhof zu kaufen.  Die Verhandlungen hätten sich dann über mehrere Monate hingezogen. Der Geschäftsmann wurde aber misstrauisch und hatte schließlich  die Polizei eingeschaltet. Die setzte dann einen verdeckten Ermittler ein.

Die mutmaßlichen Betrüger gingen der Polizei schließlich ins Netz, als sie eine  Anzahlung übergeben wollten. Sie  wollten zudem 400 000 Euro in kleinere Geldscheine getauscht haben. Dafür versprachen sie dem Ermittler eine Provision. Laut Anklageschrift war der Geldtausch die eigentliche Absicht der Betrüger. In dem Geldkoffer seien nur die obersten 500 Euro Banknoten echt gewesen, darunter habe sich  Falschgeld befunden. Nun werden sich die Angeklagten an mehreren Verhandlungstagen vor Gericht verantworten müssen. Insgesamt sind noch sieben Verhandlungstermine angesetzt – vier im Juni und drei im Juli. Die Angeklagten befinden sich seit dem 17. November in Untersuchungshaft.

Ob der Verkauf des Golfplatzes Lietzenhofes nun vom Tisch ist oder nie ernsthaft vorgesehen war, ist zunächst noch unklar. Die Frage ist für die Gemeinde Burbach und die Verbandsgemeinde Bitburger Land von großem Interesse – auch vor dem Hintergrund des angedachten Ferienhaus- und Hotel-Projekts.

Von Seiten des Betreibers hat sich bislang niemand auf die TV-Anfragen geäußert. Von Ortsbürgermeister Rudi Hau ist hingegen zu erfahren, dass der Golfplatz nicht verkauft werden soll. Hau hat mit dem Betreiber Josef Kinnen sprechen können. Demnach hätten sich die Angeklagten bei Kinnen gemeldet. Dieser habe allerdings Investoren  für den Bau der Ferienhäuser gesucht. Und auf diese Ausschreibung hätten sich die mutmaßlichen Betrüger  dann  gemeldet. Die Investorensuche für das Projekt Ferienhäuser geht demnach weiter.

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