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Gemeinden zahlen für die Völkerverständigung

Gemeinden zahlen für die Völkerverständigung

Mehr als 12 000 Amerikaner leben und arbeiten in der Eifel. Damit sie sich wohlfühlen, ist vor knapp zehn Jahren der Freundschaftsverein Host Nation Council ins Leben gerufen worden. Der Verein hat 227 Mitglieder, 50 davon sind Kommunen.

Spangdahlem. Feierlich ist das neue Monument zum Gedenken an den 11. September 2001 auf der Airbase in Spangdahlem eingeweiht worden. Das Kunstwerk ist ein Geschenk des Host Nation Councils (HNC), des Vereins, der 2003 gegründet wurde, um ein freundschaftliches Miteinander der Amerikander und der Eifeler zu ermöglichen - und um sich für den Fortbestand der Airbase am Standort Spangdahlem einzusetzen. Das tut der Verein nicht nur, indem er Monumente aufstellt.
"Wichtige Arbeit leistet das Kontaktbüro auf der Base", erklärt Lothar Herres, Gründungsmitglied und Geschäftsführer des HNC. Dieses Büro, das zweimal die Woche vormittags geöffnet ist, können die Amerikaner ansteuern, wenn sie Fragen zum Leben im Deutschland haben, beispielsweise wo sie ein Telefon herbekommen. Auch außerhalb der Base kümmert sich der Verein, wie zum Beispiel beim Freundschaftslauf in Binsfeld. 8000 Euro haben solche Aktionen im Jahr 2011 gekostet. Einen Großteil des Budgets, so Herres, habe man für das Monument auf der Base ausgegeben, das man gemeinsam mit Sponsoren angeschafft hat.
Mehr als 35 400 Euro hat der Verein 2011 von seinen 227 Mitgliedern bekommen. Die Stadt Bitburg gehört zu den 50 kommunalen Mitgliedern und bezahlt dafür 1000 Euro jährlich. "Unsere gesamte Region profitiert sowohl menschlich als auch wirtschaftlich von der Präsenz der Amerikaner", heißt es bei der Stadtverwaltung. Auch der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist Mitglied, zahlt 2500 Euro Beitrag pro Jahr, ebenso der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Man sei "vor dem Hintergrund der Förderung und Vertiefung der deutsch-amerikanischen Beziehungen" beigetreten, und um den Integrationsprozess der Amerikaner zu unterstützen, heißt es aus der Bernkastel-Wittlicher Verwaltung.
Auch wenn zurzeit niemand darüber nachdenkt, die Base zu schließen: Arbeit für den HNC gibt es aus der Sicht von Herres genug: "Wir möchten zum Beispiel den Austausch zwischen deutschen und amerikanischen Schülern vorantreiben", sagt er. Er stellt sich vor, dass die Schüler sich gegenseitig in ihren Schulen besuchen gehen. slgMeinung

Breit aufstellen!
Mehr als 12 000 Amerikaner leben in der Eifel. Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl Bitburgs - eine große Anzahl von Menschen, eine enorme Wirtschaftskraft. Es ist also verständlich, dass sich der Verein darum bemüht, das deutsch-amerikanische Verhältnis zu verbessern. Bei dem vielen Geld, das von kommunaler Seite in den Verein gesteckt wird, sollte der Fokus auf Aktionen liegen, von denen die Allgemeinheit profitiert. sl.gombert@volksfreund.de