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Gemeinderat Dudeldorf plant Anpassungen an Trends der Bestattungskultur

Bestattungskultur : Gemeinderat macht ersten Schritt für Baumgräber in Dudeldorf

In seiner jüngsten Ratssitzung hat der Dudeldorfer Gemeinderat über Baumgrabstätten auf dem Friedhof diskutiert.

Friedhöfe, die von Doppelgrabreihen geprägt sind, werden immer weniger. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Bestattungskultur geändert. Urnenbegräbnisse sind inzwischen beispielsweise deutlich häufiger als Sargbegräbnisse. Der Dudeldorfer Gemeinderat hat nun auf diese allmähliche Veränderung reagiert und sich damit auseinandergesetzt, dass viele Menschen nicht mehr wollen, dass ihre Angehörigen ihre Gräber aufwendig pflegen müssen. Die Alternative: Sie entscheiden sich dafür, ihre Asche verstreuen zu lassen, eine Seebestattung wäre eine Lösung, aber auch eine Beisetzung in einem Friedwald.

Die Wählergruppe Thiel hat in Dudeldorf den Vorschlag eingebracht, Baumgrabstätten auf dem Friedhof zu schaffen. Dazu Lis Wilhelmy von der Wählergruppe Thiel: „Es geht in unserem Antrag darum, die Bestattungsmöglichkeiten auf unserem Dorffriedhof zu erweitern. Urnenbestattungen sollen unter den Bäumen, die bereits auf dem Friedhof gewachsen sind, möglich werden.“

Im Gemeinderat kam nun die Frage auf, ob es überhaupt Bedarf für solche Gräber gibt und ob eine kleine Gemeinde wie Dudeldorf „alle möglichen Bestattungsformen anbieten muss“.

Erst 2017 habe man Rasenurnengräber angelegt, und in keinem Ort der Verbandsgemeinde Bitburger Land seien bisher Baumgräber angelegt worden, da es keinen Bedarf dafür gebe. Neben den Urnengrabstätten gebe es Stelen und Rasengräber als pflegeleichte Beerdigungsformen, wurde argumentiert.

Der Wählergruppe Thiel gehe es in ihrem Antrag darum, erklärt Lis Wilhelmy, dass es für viele Menschen ein tröstlicher Gedanke sei, mit der eigenen Asche einen Baum zu nähren und sozusagen in ihm fortzuleben. „Mit der Erweiterung bieten wir unseren Bürgern eine Bestattungsmöglichkeit in unserem Heimatdorf, die sonst in der Umgebung im etwa 20 Kilometer entfernten Niederweiler möglich ist.“

Auf dem Friedhof gebe es bereits mehrere Einzelbäume, die als Bestattungsbäume in Frage kommen. Zusätzlich habe das Friedhofsgelände noch etliche Stellen, wo sofort und ohne große Umstände weitere Bäume gepflanzt werden könnten. Auch die Möglichkeit eines „Familienbaumes“, den man für einen mittleren vierstelligen Betrag erwerben könnte, wurde angesprochen. Ansonsten sind es Gemeinschaftsbäume, in deren Wurzelbereich etwa zehn Urnen eingegraben werden könnten. Üblicherweise verpflichtet sich die Gemeinde, den jeweiligen Baum mindestens 99 Jahre in Ruhe wachsen zu lassen und nicht zu fällen.

In der Ratssitzung ging es dann um die rechtliche Seite. Es muss geprüft werden, ob es möglich ist, an den bestehenden Bäumen Urnen zu bestatten, denn der Baumbestand befindet sich außerhalb der genehmigten Grabflächen auf den Grün- und Nebenflächen des Friedhofs. Dazu muss die Zustimmung der Genehmigungsbehörde gegeben werden. Den Prüfungsaufwand dafür konnte der Gemeinderat nicht einschätzen.

Geeinigt hat sich der Rat auf einen Kompromiss. Zunächst soll ein Baum gepflanzt werden innerhalb der genehmigten Grabfläche, unter dem dann die Bestattung in Baumgräbern möglich ist. Gleichzeitig soll die Verbandsgemeindeverwaltung prüfen, ob es bei den bereits gewachsenen Bäumen auf dem Friedhof möglich ist, Urnen zu beerdigen. Bei den Gebühren will man sich an den Rasengräbern orientieren.

Eine Schutzverpflichtung von 99 Jahren wird als nicht notwendig angesehen. Lis Wilhelmy meint zufrieden: „Wir haben diskutiert, ausgetauscht und einen Kompromiss gefunden.“