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Gemeinsam gegen Mobbing und die Flucht aus der Realität

Gemeinsam gegen Mobbing und die Flucht aus der Realität

Die achten Klassen des Regino-Gymnasiums Prüm haben sich am Donnerstag im Rahmen des landesweiten Aktionstages Glücksspielsucht mit den Gefahren problematischen Spielverhaltens und des Mobbings auseinandergesetzt.

Prüm. Unter dem Motto "Spielst du mit?" stand am Donnerstag der landesweite Informationstag Spielsucht der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG). In Zusammenarbeit mit den regionalen Fachstellen für Glücksspielsucht fand dieser Thementag nun zum zweiten Mal statt.
Für die Veranstaltung in Prüm konzipierten die Fachstelle Spielsucht vom Caritasverband Westeifel und das Haus der Jugend Prüm (HdJ) mal etwas anderes: Sie luden die achten Klassen des Regino-Gymnasiums ins HdJ ein und zeigten ihnen den Film "Ben X". "Wir haben uns dafür entschieden, weil wir die Kinder durch Unterhaltung und Spaß erreichen wollen", sagte Edelgard Metzler von der Fachstelle Spielsucht.
Die belgisch-niederländische Produktion aus dem Jahr 2007 wurde mehrfach ausgezeichnet. Neben weiteren sozialkritischen Themen zeigt sie auf sehr bewegende und auch schockierende Weise die Gefahren des Mobbings und der Spielsucht. Hintergrund des Films war der tatsächliche Selbstmord eines leicht autistischen Jugendlichen, der im Internet gemobbt worden war.
Joachim Bach von der Fachstelle Suchtprävention der Caritas sagte: "Wir wollen mit dem Zeigen des Films eine bestimmte Betroffenheit der Kinder erzielen. Dann haben wir eine gemeinsame Gesprächsbasis, und die Hemmschwelle zum Diskutieren ist sehr niedrig."
Und genau so war es: Die anfangs noch unruhigen Schüler wurden mit dem Fortschreiten des Films immer ruhiger. In der anschließenden Diskussionsrunde mit Bach zeigten sie sich nachdenklich. Der Caritasmitarbeiter fragte sie unter anderem nach Szenen, die sie besonders bewegten. Sie zählten eine nach der anderen auf, die zeigten, wie der Protagonist Ben von seinen Mitschülern gedemütigt wird und schließlich einen Selbstmord vortäuscht.
Gemeinsam mit Bach erarbeiteten die Schüler Möglichkeiten und Wege, gegen Mobbing in Klassen vorzugehen. "Es geht nicht darum, dass sich einer gegen alle stellt, sondern darum, dass man sich zusammen für andere starkmacht. Schaut nicht weg, sondern seht hin", ermutigte sie Bach. Zumindest Vorstufen des Mobbings ließen sich leider an jeder Schule wiederfinden. Metzler sagte: "Deshalb ist es unser Ziel, die Kinder frühzeitig dafür zu sensibilisieren."
Zum Abschluss erhielt jeder Schüler einen Schlüsselanhänger, der die Form eines Ankers hat. Laut der LZG steht dieser symbolisch dafür, dass man nicht die Verbindung zur Realität verliert.
Die Prümer Fachstelle Spielsucht organisiert regelmäßig Informationsveranstaltungen, oft auch an Schulen. ksp