Gemeinsam sicherer

Karl von Wogau ist Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung. Im Kreismuseum Bitburg referierte er über "Mehr Sicherheit durch gemeinsame Verteidigung". Eingeladen hatte der Lions Club Bitburg-Prüm.

Bitburg. (ka) Heute gibt es laut Europäischer Sicherheitsstrategie fünf Hauptbedrohungen für die Europäische Union: Terrorismus, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, regionale Konflikte, schwache Staaten und organisierte Kriminalität. Das sagte Karl von Wogau, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung, im Kreismuseum Bitburg. Dort sprach er auf Einladung des Lions Clubs Bitburg-Prüm über "Mehr Sicherheit durch gemeinsame Verteidigung". Schon 1952 sei eine Europäische Armee im Gespräch gewesen. Ihr Scheitern habe lange zu Verwirrung und Ernüchterung geführt. Heute spreche man von "asymetrischen Kriegen", sagte von Wogau. Obgleich wir bedroht sind, bekämen Terroristen massive Vernichtungswaffen in die Hand. Vorkehrungen dagegen gebe es bisher nicht. 70 Prozent der Europäer seien für eine gemeinsame Sicherheitspolitik. "Heißt das, wir sind auf dem Wege zu einer Europäischen Armee", fragte der Referent und gab selbst die Antwort: "Die Realisierungs chancen halten sich in etwa die Waage. Ich denke eher, dass sie kommt, als dass sie nicht kommt. Es bedarf allerdings noch großer Anstrengungen."Von Wogau nannte einige: effektivere Koordination bei Problemlösungen, Aufbau einer funktionierenden Verwaltung, Verknüpfung der Kriminalitätsbekämpfung und Entwicklungsarbeit und schnellere Entscheidungsprozesse. "Ein hochinteressanter Vortrag eines hochkarätigen Experten", waren sich die Zuhörer einig. Was sie allerdings vermissten, und was auch Karl von Wogau schon als Schwachpunkt der gesamt-europäischen Bemühungen ausgemacht hatte: fehlende Transparenz für den Bürger. Genau das fasste einer der Zuhörer, der anonym bleiben wollte, zusammen: "Viele sind frustriert. Kaum einer blickt durch. Alles viel zu kompliziert. Scheinbar wachsen die EU-Politker nicht an den Problemen, sondern die Probleme an den Politkern. Agrarpolitik und andere Bereiche lassen grüßen."