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Gemeinsam stark: Eifel-Kliniken fusionieren

Gemeinsam stark: Eifel-Kliniken fusionieren

Operiert wird an drei Standorten: Die Marienhausklinik Bitburg-Neuerburg bildet fortan einen Verbund mit dem Krankenhaus Gerolstein. Durch die Fusion entsteht die größte Klinik der Eifel mit 1055 Mitarbeitern, 550 Betten und knapp 20 000 Patienten im Jahr.

Der Verbund wächst: Ein gutes Jahr ist es her, da sind die Krankenhäuser in Bitburg und Neuerburg zum Krankenhausklinikum Bitburg-Neuerburg fusioniert. "Wir tauschen etwa Personal aus", sagt der kaufmännische Direktor Patrick Frey. Wichtig ist ihm, dass es nicht darum geht, Arbeitsplätze abzubauen. Im Gegenteil. "Wir befinden uns ja auf Expansionskurs und beschäftigen so viele Ärzte wie noch nie", sagt Frey. Lediglich im Verwaltungsbereich habe es einen "geringen, sozialverträglichen Personalabbau" gegeben. Etwa in der Form, dass nicht jede Stelle eines Mitarbeiters, der in den Ruhestand ging, wiederbesetzt wurde.

Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen



Ziel dieser wie auch der nun folgenden Fusion mit dem St.-Elisabeth-Krankenhaus Gerolstein ist es, "die medizinische Versorgung in der ländlichen Region auf einem hohen Niveau sicherzustellen und die Arbeitsplätze und die drei Klinik-Standorte langfristig zu erhalten", sagt Michael Osypka, Geschäftsführer der Marienhaus GmbH Waldbreitbach, der Trägergesellschaft der drei Kliniken. Laut Osypka wird die Leitung der fusionierten Klinik künftig aus den bisherigen Direktionsmitgliedern der drei Krankenhäuser bestehen. Eine Grundversorgung mit Chirurgie und Abteilung für Innere Medizin bleibt Kernangebot an allen Standorten.

Derzeit wird ein medizinisches Konzept erarbeitet, wie innerhalb des Verbunds einzelne Fachbereiche verteilt und konzentriert werden, um "ein vielfältiges Leistungsspektrum für den gesamten Verbund zu gewährleisten", sagt Osypka. Beispiel: Ab Mitte des Jahres wird die radiologische Abteilung in Bitburg auch die Versorgung der Gerolsteiner Patienten übernehmen.

Entsprechend positiv sieht auch die Gerolsteiner Klinik die Fusion. "Durch die Verbundbildung sehen wir die Chance, das medizinische Angebot für unsere Patienten zu erweitern", sagt Karl-Heinz Schmeier, kaufmännischer Direktor des Gerolsteiner Krankenhauses. Auch über einen neuen Namen wird nachgedacht. Osypka: "Aber den veröffentlichen wir erst, wenn er beschlossen ist."

Extra

Zahlen: Zusammen zählen die drei Klinik-Standorte rund 550 Betten samt Pflege- und Tagesklinik-Plätze, 1055 Mitarbeiter und knapp 20 000 Patienten im Jahr: Bitburg: 261 Betten, 7 Kurzzeitpflege-Plätze, 20 Tagesklinik-Plätze; 630 Mitarbeiter; 12 000 Patienten/Jahr; Gerolstein: 173 Betten, 14 Tagesklinik-Plätze; 305 Mitarbeiter, 6000 Patienten/Jahr; Neuerburg: 48 Betten, 23 Plätze in einer Reha-Pflegeeinrichtung; 120 Mitarbeiter, 1200 Patienten/Jahr. (scho)

Meinung

Gesunder Weg fürs Land

Größe kann Angst machen: Wenn Firmen fusionieren und von Synergie-Effekten die Rede ist, machen am Ende meist weniger Leute die gleiche Arbeit. Das ist beim Verbund der Eifel-Krankenhäuser anders. Ein Jahr nach der Fusion von Bitburg und Neuerburg gibt es nicht weniger Arbeitsplätze, sondern sogar mehr - zugunsten des medizinischen Bereichs bei gleichzeitiger moderater Verschlankung der Verwaltung. Das macht die drei Kliniken effektiver und leistungsfähiger. Von der Fachabteilung des einen Standorts profitieren die beiden anderen. Als größter Partner hat Bitburg an sich gute Chancen, bevorzugter Standort bei weiteren Ausbauplänen zu sein - vorausgesetzt, die Innenstadt-Klinik bekommt den dafür nötigen Platz. Insofern konkurriert nun Bitburg mit Gerolstein. d.schommer@volksfreund.de