Gemeinsamer Kampf gegen den Bärenklau

Prüm · Vier Jahre lang hat der Naturpark Nordeifel in einem kreisweiten Projekt den Riesen-Bärenklau bekämpft. Doch 2012 lief das Projekt aus, seitdem steht deutlich weniger Geld zur Verfügung. Damit die Aktion dennoch einen nachhaltigen Erfolg bringt, sollen sich nun noch stärker Gemeinden, Landwirte oder Fischereigenossenschaften beteiligen.

 Mitarbeiter des Bürgerservice Bitburg beseitigen die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, im Einzugsgebiet der Prüm. Foto: Naturpark Nordeifel

Mitarbeiter des Bürgerservice Bitburg beseitigen die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, im Einzugsgebiet der Prüm. Foto: Naturpark Nordeifel

Prüm. Wer entlang von Prüm, Alfbach oder Kyll unterwegs ist, muss meist nicht lange suchen, bis er auf die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, stößt. Die große Pflanze mit den typischen weißen Blüten fällt auch Nicht-Biologen schnell auf. Dabei gehört sie eigentlich gar nicht nach Mitteleuropa, sondern sie wurde eingeschleppt und breitet sich immer stärker aus - vor allem entlang von Flüssen, weil die Samen der Herkulesstaude schwimmen und so vom Wasser weitergetragen werden (siehe Extra). Und sie ist nicht ungefährlich: Bei Kontakt mit der Pflanze kann es in Verbindung mit Sonnenlicht zu Verbrennungen kommen. Außerdem verdrängt sie andere, einheimische Pflanzenarten.
Von 2009 bis 2012 hatte der Eifelkreis daher zusammen mit dem Naturpark Nordeifel ein großangelegtes Projekt gestartet, um die Herkulesstaude im Oberlauf der Prüm und ihrer Nebenflüsser - insgesamt rund 120 Kilometer - zu bekämpfen (der TV berichtete). Rund 200 000 Euro hat der Kreis dafür investiert.
"Das hatte schon einen spürbaren Effekt", sagt Alexander Wendlandt, Geschäftsführer des Naturparks Nordeifel. Man habe den Bärenklau auch stark zurückgedrängt. Aber es sei in der dreijährigen Phase nicht gelungen, die Pflanze in allen Gebieten vollständig zu bekämpfen. Das Problem ist die Nachhaltigkeit: Seit dem Auslaufen des Kreisprojekts habe er nur noch 1000 Euro pro Jahr für die weitergehende Bekämpfung aus einem Landesprogramm zur Verfügung, sagt Wendlandt. "Das ist natürlich nicht wirklich viel."
Viele Tausend Samen


Schon eine Pflanze kann mit ihren vielen Tausend Samen wieder neue, große Bestände schaffen. Von daher ist es wichtig, Flüsse komplett bis zur Quelle von der Staude zu befreien.
Der Naturpark Nordeifel setzt auf die Hilfe von örtlichen Gruppen. Denn besonders im Bereich der Prüm und des Alfbachs gebe es immer noch viele Stauden, die nicht alle vom Naturpark bekämpft werden können. Deshalb, so der Aufruf, bitte man Grundstückseigentümer, Gemeinden, Land- und Forstwirte, Fischer und Vereine um Unterstützung. Angesichts der Gefahren, die von den Pflanzen ausgehen, sollte dabei auf jeden Fall Schutzkleidung getragen werden. Informationen, wie der Bärenklau sinnvoll und sicher zu beseitigen ist, gibt es im Internet auf der Seite www.herkulesstaudenbekaempfung.de Bei allen Fragen hilft auch der Naturpark Nordeifel, Telefon 06551/985755, gerne weiter. "Am besten ist, wenn uns die Gruppen eine kurze Information geben, wo sie tätig werden, damit wir den Überblick behalten", sagt Wendlandt. Auch weiterhin gilt die Bitte, gesichtete Pflanzen an den Naturpark zu melden, damit die Standorte erfasst werden können.

Extra

Die Herkulesstaude (Riesen-Bärenklau) gehört zur Gattung der Doldengewächse. Die Staude, die bis zu vier Meter hoch werden kann und deren Wurzeln bis zu 60 Zentimeter in die Erde reichen, kann pro Pflanze und Jahr bis zu 25 000 Samen erzeugen, die im Boden bis zu sieben Jahre keimfähig sind. Die Pflanze wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze aus dem Kaukasus eingeführt und hat sich dann durch Auswilderung weiter verbreitet. Da die Samen nur über eine geringe Flugfähigkeit verfügen, dafür aber schwimmfähig sind, verbreitet sie sich vor allem an Flüssen. uhe

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