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Geplanter Abschied auf Raten

Geplanter Abschied auf Raten

BITBURG. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der Flugplatz Bitburg eine fliegerische Zukunft hat. Noch ist es erklärter Wille, dass aus der ehemaligen Air-Base ein Verkehrsflughafen wird.

Zwei Seelen wohnen in der Brust der Verantwortlichen des Flugplatzes Bitburg. Zum einen haben sie es geschafft, aus der 484 Hektar großen Militär-Brache eine blühende Handels- und Gewerbelandschaft zu machen. Zum anderen tun sich die Macher mehr als schwer mit ihren Träumen von einer fliegerischen Nutzung des ehemaligen US-amerikanischen Fliegerhorsts. Seit Jahren ist die Landebahn in Bitburg eher ein Tummelplatz für wohlsituierte Menschen, die an Wochenenden ihre Runden fliegen oder während der Woche nichts Besseres zu tun haben, als zum Kaffeetrinken nach Bitburg einzufliegen. Diese Art der fliegerischen Nutzung ist etwas mager angesichts der hochfliegenden und von der Politik bestimmten Ziele. Bitburg soll so etwas wie ein Hahn für Frachtverkehr werden, sagen Politiker und fordern die Höhe und Art der Unterstützung für Bitburg, die das Land seinem Prestigeobjekt Hahn im Hunsrück zukommen lässt. Doch bisher hat noch kein flugaffiner Fisch angebissen. Der Cargo-Lux ist Bitburg so egal, dass sie noch nicht einmal ihre von Anwohnern ungeliebten Nachtflüge über Bitburg abwickeln will. Und das Ansiedeln von zwei Firmen - Flugzeugbauer und Helikopter-Verkäufer - endete kläglich. Allein eine Fallschirmspringschule hält derzeit das Fähnlein der gewerblichen Nutzung der Landebahn aufrecht. Aber ob Tandemsprünge über Bitburg das Vorhalten und Freihalten von großen Flächen rechtfertigen, ist mehr als umstritten. Weiterer Flugbetrieb ist nicht abzusehen. Die durch juristische Auseinandersetzung jahrelang verzögerte Rechtssicherheit und die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 galten bisher als Erklärungen für das Ausbleiben der Flugzeuge. Man darf gespannt sein, wie lange diese Erklärungsversuche noch ins Feld geführt werden. Dabei hatte alles so rosig ausgesehen. Das Land wurde in die Pflicht genommen, bei der Ausrüstung des Flugplatzes mit flugtechnischem Equipment zu helfen. Viel lieber aber würde es die Landesregierung sehen, wenn man die Träume von der fliegerischen Nutzung aufgeben und die derzeit noch dem fliegerischen Bereich vorbehaltenen Flächen vermarkten würde. Ein Schritt in diese Richtung ist - wenn auch nicht von allen Beteiligten so gesehen - die Unterzeichnung des Nachtrags zum städtebaulichen Vertrag für das Flugplatzgelände. Inhalt des Nachtrags: Er sichert einen 90-Prozent-Zuschuss für die Entwicklung von 55 Hektar Flugplatzgelände im Bereich des Towers zu (der TV berichtete). Den dazugehörigen Masterplan für diesen Bereich gibt es auch schon. Er zeigt ganz nebenbei auf, wo die Reise hingeht. Der für den flugaffinen Bereich vorgehaltene Bereich wird mit den Jahren immer kleiner. Ein Abschied auf Raten also. Gibt es bis zum Jahr 2020 keinen nennenswerten Fracht-Flugbetrieb, soll ein Stück Landebahn im westlichen Bereich in gewerblich nutzbare Flächen umgewandelt werden. Ab diesem Zeitpunkt würde die Fliegerei endgültig nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Entwicklung des Areals spielen.Ruf nach Flächen für Gewerbe wird laut

Man muss jedoch kein Prophet sein, um zu erkennen, dass weit vor dem Datum der Ruf nach Gewerbeflächen anstatt Landebahn laut wird. Denn Platz in Gewerbegebieten ist in Bitburg Mangelware. Und ehe man Wiesen und Äcker nördlich von Matzen betoniert, sollte man lieber die Landebahn kappen, heißt es heute schon. Und das nicht nur von Seiten der betroffenen Landwirte Eine Galgenfrist bleibt den Befürwortern der fliegerischen Nutzung der Air-Base. Die Deutsche Flugsicherung bastelt derzeit noch an einem ein Verfahren für den Instrumentenflug in Bitburg. Ist das Verfahren da (und juristisch geprüft), können die Airlines kommen. Kommen sie nicht, müssen Zweckverband Flugplatz und die mit diesem Zweckverband verbandelte Flugplatz Bitburg GmbH auf Arbeitsplätze in der Flugzeugtechnik verzichten und den Handwerkern die Landebahn stückchenweise zur Nutzung anbieten.