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Gerichtsurteil: Ein Eselhengst darf nicht allein auf Weide bleiben

Gerichtsurteil: Ein Eselhengst darf nicht allein auf Weide bleiben

In einer Tierschutzfrage hat das Verwaltungsgericht Trier entschieden: Ein alter Eselhengst von der Mosel braucht seine Artgenossen. Der Tierhalter sieht das anders, er hatte gegen den Landkreis Bernkastel-Wittlich geklagt.

Bernkastel-Wittlich/Trier. Wann ist ein Eselhengst in guter Gesellschaft? Allein unter Ziegen? Ausschließlich unter Seinesgleichen wozu auch Pony und Pferd zählen? Geht es dem Hengst in Eselgesellschaft entscheidend besser, auch wenn er für sein Glück kastriert werden muss, damit sozialverträglich wird, aber eben nicht mehr einsam ist? Wieviel Platz braucht er überhaupt?
Um diese Fragen ging es bei einem Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht Trier. Beklagter war der Landkreis Bernkastel-Wittlich. Verkürzt gesagt hat ein Eselhalter dem Kreisveterinär vorgeworfen, es mit seinem Einsatz für den Tierschutz zu übertreiben. Denn zum einen sollte er eine Weide von 500 Quadratmetern für sein Langohr bereitstellen, mit dem er sonntags gerne mal wandern geht. Zum anderen hat der Kreisveterinär angeordnet, das Tier zu "vergesellschaften" wie es im Urteil im Namen des Volkes steht. Denn aktuell sei es übermäßig scheu gegenüber dem Amtsveterinär. Es habe Verhaltensauffälligkeiten gehabt.
Demnach können dem Eselmann weder Mensch noch artfremde Tiere wie Ziegen, den Esel als Gesellschaft in "Blick-, Hör- und Duftreichweite" ersetzen. Akzeptiert würden auch Pony oder Pferd als Begleittier. Falls der Hengst diese Gesellschaft als Rivale im Revier ablehne, "bestehe die Möglichkeit, durch Kastration seine erhöhte Sozialverträglichkeit herbeizuführen". Denn: "Eine völlige Einzelhaltung sei tierschutzwidrig". In diesem Fall ist der Eselhalter unterlegen, eine größere Weide braucht er nicht. Die Kosten des Rechtsstreits tragen Tierhalter und Landkreis je zur Hälfte.
Der Wittlicher Anwalt des Hengsthalters hat selbst ein Eselpaar. Er sagt, das Tier, um das es gehe, sei schon mehr als zehn Jahre alt und es sei schon "alles probiert worden", um ihm artgerechte Gesellschaft zu ermöglichen, jedoch ohne Erfolg. Wie sein Mandant mit dem Urteil umgehen wird, war noch nicht bekannt.
In den Erläuterungen zum Urteil steht: "Art und Weise der Vergesellschaftung des Esels bleibt dem Kläger überlassen. Dieser kann weitere Esel hinzu erwerben oder den von ihm gehaltenen Esel an einen anderen Eselhalter abgeben." sos