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Geringere Dividende trotz übertroffener Erwartungen

Geringere Dividende trotz übertroffener Erwartungen

Das vergangene Geschäftsjahr der Raiffeisenbank Irrel war besser als erwartet. Sorge bereitet dem Geldinstitut aber das noch zu geringe Eigenkapital.

IRREL Am Ende der Generalversammlung weist der Aufsichtsratsvorsitzende auf einen Paragrafen hin, auf den er selbst kürzlich erst gestoßen sei. "Wenn die Versammlung länger als bis 24 Uhr dauert, sind alle bis dahin gefassten Beschlüsse nichtig", erklärt Norbert Wilmsen. Wenn sich eine Veranstaltung wie diese über zwei Kalendertage ziehe, so müsse darauf auch in der Einladung hingewiesen werden.
Das aber wurde bei der Einladung zur Generalversammlung der Raiffeisenbank Irrel nicht getan. Was aber auch nicht weiter schlimm ist, weil sich die Sitzung schon gegen 21.15 Uhr und damit recht frühzeitig ihrem Ende nähert. Und weil darüber hinaus auch sämtliche bis dahin gefassten Beschlüsse nahezu komplett einstimmig und ohne weiteren Diskussionsbedarf waren. Das gilt sowohl für Entlastung von Vorstands- und Aufsichtsrat sowie die Wiederwahl der turnusgemäß ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder als auch für die Höhe der Dividende.
Die Dividende ist der Teil des Jahresüberschusses, der nach Abschluss des Geschäftsjahres an die Genossenschaftsmitglieder ausgezahlt wird. Und was die Genossenschaftsmitglieder der Raiffeisenbank Irrel betrifft, so ist deren Zahl im vergangenen Geschäftszahl beachtlich gestiegen. Hatte das Geldinstitut Ende 2015 noch 2452 Mitglieder, so waren es ein Jahr später bereits 2673. Das entspricht einem Wachstum vom neun Prozent, was erfreulich ist, aber nichts an der Tatsache ändert, dass sich die Genossenschaftsmitglieder diesmal auf eine geringere Dividende einstellen müssen. Statt wie zuletzt fünf Prozent gibt es dieses Jahr nur drei Prozent. Zwar war der Überschuss in 2016 mit 1,253 Millionen Euro höher als im Vorjahr, womit laut Bankvorstand Manfred Weiland "sämtliche Erwartungen übertroffen" wurden, doch muss laut Bankchef ein Teil dieses Überschusses verwendet werden, um die Eigenkapitalquote der Raiffeisenbank zu erhöhen. "Wir konnten das Eigenkapital um 517 000 Euro auf 7,9 Millionen Euro erhöhen", sagt Weiland. Im Vergleich zu anderen Geldinstituten sei das noch zu wenig. "Wenn die Eigenkapitaldecke irgendwann nicht mehr ausreicht, ist die Existenz unserer Bank gefährdet", erklärt der Bankvorstand. "Und soweit wollen wir es erst gar nicht kommen lassen." Fakt sei aber, dass der Druck auf die kleineren Banken zunehme. Die niedrige Zinspolitik und die immer strenger werdenden Vorgaben machten den Geldinstituten sehr zu schaffen.
Unterm Strich aber sind Weiland und sein Vorstandskollege Werner Kemmer - gerade angesichts der schwierigen Marktbedingungen - mit dem Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres sehr zufrieden. Sowohl die Kundeneinlagen als auch die Kreditsumme konnten 2016 erneut gesteigert werden. Und auch die Bilanzsumme ist mit 125,4 Millionen Euro knapp 8 Prozent höher als 2015. "Im Vergleich zum Bundesschnitt", so Weiland, "ist das ein überaus ordentliches Wachstum."
Extra: ZAHLEN ZUM JAHRESABSCHLUSS 2016


(In Klammern die Zahlen von 2015) Anzahl der Filialen: 3 (3) Mitarbeiter: 67 (67) Kundeneinlagen: 85 Millionen (Mio.) (79) Kredite: 97,7 Mio. (90,4 Mio.) Dividende: Vorschlag zur GV: 3 Prozent ( 5 Prozent) Bilanzgewinn: 204,4 t (216,5 t) Warenumsatz: 20,8 Mio. (22,8 Mio.) Bilanzsumme: 125,4 Mio (116,4 Mio.)