Geschichte wird greifbar: Preis für Edgar Reitz

Geschichte wird greifbar: Preis für Edgar Reitz

Weltweit berührt der Hunsrücker Regisseur Edgar Reitz seit den 1980er Jahren seine Zuschauer mit der sogenannten "Heimat"-Trilogie. Dabei begeistert der Autorenfilmer mit seinem Zyklus über das fiktive Hunsrückdorf Schabbach seit mehr als 30 Jahren nicht nur Kritiker, sondern erreicht auch ein breites Publikum.

Gerade weil er damit die Vermittlung von Geschichte mit filmischen Mitteln deutlich prägte, hat der Geschichtsverein Prümer Land ihm den Werner-Blindert-Preis verliehen.
"Reitz ist der vierte Preisträger in der Kategorie ,Geschichte überregional'. In ihr wollen wir Menschen auszeichnen, die sich besonders verdient gemacht haben", sagt der Vereinsvorsitzende, Volker Blindert, bei der Preisverleihung. Sechs Mal sei der Preis insgesamt verliehen worden, vier Mal in dieser Kategorie. "Edgar Reitz gelingt mit ‚Heimat' eine poetische Annäherung an die Geschichte, so wie sie sich ereignet haben könnte. Damit berührt er seine Zuschauer mit äußerst poetischen Bildern", sagt Blindert.
Laudator Patrick Schnieder, Mitglied des Bundestags, hob in seiner Rede die Pionierarbeit hervor.
Der Preisträger ging in einem Kurzvortrag auf den teils kuriosen Umgang der Wissenschaft mit seinen Filmen ein. Selbstverständlich schmeichle es ihn, wenn Historiker sich mit seinen Werken befassten, irritierend sei es aber, wenn "Heimat" als Verfilmung historischer Fakten betrachtet werde. "Es handelt sich um Spielfilme", betont er. "Sie dienen nicht der Sicherung von Fakten, sondern der Annäherung an Details." aff