Geschichtsverein Prümer Land stellt Jahresprogramm vor.

Kultur : Brisante Themen, die das Land bewegen

Nah am Zeitgeschehen: Der Geschichtsverein Prümer Land steigt ins neue Jahr ein. Und er verleiht wieder seinen Ehrenpreis: an Alois Mayer.

Bissig-politisch ließ der Geschichtsverein Prümer Land (GVPL) das Jahr 2017 mit einem Auftritt der Kabarettisten Volkmar Staub und Florian Schroeder ausklingen (der TV berichtete). Und wenn er mit seiner Jahresversammlung am Freitag, 2. März, im Casino der Kreissparkasse um 19 Uhr ins neue Vereinsjahr startet, geht es kurz darauf gleich weiter ans politisch Eingemachte: Denn um 20 Uhr steht bereits der erste „Brennpunkt Geschichte“ vor der Vereinstür.

In der nun ins elfte Jahr startenden Vortragsreihe wird Ulrich Sarcinelli sprechen. Sein Thema: „Krise der liberalen Demokratie – Zu Glaubwürdigkeit und Vertrauen in der Mediengesellschaft.“ Sarcinelli beschwört dann allerdings nicht den Untergang des Abendlandes herbei, sondern wirft laut Ankündigung einen analytischen Blick auf Probleme und Chancen einer Gesellschaft, die mehr denn je auf glaubwürdige Informationen angewiesen sei: „Sie sind die Grundlage für  eine kritische Öffentlichkeit und für eine demokratische Meinungsbildung.“

Und auch der knapp zwei Wochen darauf folgende Programmpunkt wird am Donnerstag, 15 März, wieder im Zeichen der Aufklärung (siehe Info) stehen. Dann geht es nämlich gleich weiter mit dem zweiten „Brennpunkt“. Um 19 Uhr tritt Notker Wolf an, um mit seinem Vortrag „Schluss mit der Angst – Deutschland schafft sich nicht ab“ mit populitischer Panikmache aufzuräumen. Wolf, der etliche Bücher verfasste, gehört den Benediktinern an, von 2000 ins Jahr 2016 war er als Abtprimas höchster Repräsentant seines Ordens in Rom.

Zwei Vorträge zu Themen also, die derzeit viele Bürger beschäftigen. Gutes Timing? Glück? „Brennpunkt Geschichte soll schon seit jeher eine Vortragsreihe sein, die sich mit ganz aktuellen Themen beschäftigt“, sagt der Vereinsvorsitzende Volker Blindert. „Da hat es gepasst, dass Notker Wolf und Ulrich Sarcinelli Themen anbieten, die aktuell in der Diskussion stehen.“

Sarcinelli sei den Vereinsverantwortlichen als Politikexperte im Fernsehen positiv aufgefallen, und Notker Wolf „stand schon seit längerem auf dem Wunschzettel. Jetzt, wo er nicht mehr Abtprimas ist und zudem das neue Buch veröffentlicht hat, ließ sich ein Vortrag realisieren.“

Ebenfalls an den Themen Wissenschaft und Vernunft orientiert sich der dann folgende Vortragstermin, dann aber wieder stärker am eigentlichen Schwerpunkt des Vereins – nämlich der Geschichte. Stefan Weinfurter wird am Mitwoch, 9. Mai, um 15 Uhr in der Aula des Regino Gymnasiums über „Karl der Große und die Anfänge europäischer Wissenskultur“ sprechen.

Ein Termin für den dritten „Brennpunkt Geschichte“ im Jahr 2018 steht zwar noch nicht fest, allerdings bereits der Gast und auch der Titel seiner Ausführungen. Christoph von Marschall wird an einem noch nicht festgelegten Tag fragen: „Was ist mit den Amis los?“ Das wüssten wohl viele gern.

Am Freitag, 14. September, erneut in der Aula des Regino-Gymnasiums, folgt um 19 Uhr einer der Höhepunkte des Vereinsjahrs: die Verleihung des Werner-Blindert-Preises an den Lokalhistoriker Alois Mayer.

Mayer stammt aus Irrhausen und lebt in Daun. Er sei, sagt Blindert, „ein Allroundtalent der Heimatforschung. Er liebt die Eifel und seine Heimat Irrhausen und hat über Jahrzehnte eine extreme Vielzahl an regionalhistorischen Themen für viele Leser in Beiträgen und Büchern aufgearbeitet. Er hat den Preis mehr als verdient.“

Nach der Verleihung wird Alois Mayer über das Thema „Die Eifel im Mittelalter“ sprechen. Das weitere Programm des Vereins mit Studienreisen, Wanderungen und allen weiteren Terminen fürs erste Halbjahr – siehe Extra.

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