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Gesucht: vorbildliche Bauten im Mittelpunkt der Orte

Gesucht: vorbildliche Bauten im Mittelpunkt der Orte

Zum dritten Mal lobt der Eifelkreis den mit insgesamt 4000 Euro dotierten Baukulturpreis aus. Den Schwerpunkt bildet dieses Mal die Innenentwicklung der Gemeinden.

BITBURG Die strukturellen Veränderungen und der demografische Wandel haben in vielen Dörfern bereits ihre Spuren hinterlassen. Gebäudeleerstände und die Verödung der Ortskerne stellen daher eine große Herausforderung für den Erhalt der traditionellen Baukultur sowie der künftigen baukulturellen Entwicklung dar. Schließlich sind es in den meisten Fällen die Ortsmitten, die das Dorf- oder Stadtbild prägen und so am ehesten die Kriterien für eine Identifikation mit dem Heimatort erfüllen.
Aus diesem Grund wird beim Baukulturpreis, den der Eifelkreis gemeinsam mit der Initiative Baukultur Rheinland-Pfalz ausschreibt, der Fokus vor allem auf die Innenentwicklung gerichtet. "Das können Neubauten, Umbaumaßnahmen, aber auch Projekte der Flächen- und Freiraumgestaltung sein", sagt Landrat Joachim Streit und nennt als Beispiel die Gemeinde Schönecken, die sich in den vergangenen 15 Jahren zum Positiven entwickelt habe und ein hervorragendes Beispiel dafür sei, "dass man auch in schwierigen Tallagen" etwas machen könne. Entscheidend sei, dass man versuche, die traditionelle Baukultur mit der modernen zu verbinden, so Streit.
Dem schließt sich auch Jury-Mitglied Herbert Mayer an. "Wir müssen aufpassen, dass uns die historischen Ortskerne und damit auch die Identität nicht verloren gehen", sagt der Architekt aus Dudeldorf. "Dass jeder bauen darf wie er will, ist grundsätzlich sicher wichtig", so Mayer. "Doch bleibt das Gesamtergebnis dann dem Zufall überlassen." Zudem müsse man als Gemeinde auch erkennen, dass ein qualitätsvolles Bauen die Attraktivität des Dorfes steigere.
Positive Beispiele, sowohl im Bereich der Neubauten als auch bei der Umnutzung von Altbauten, gibt es im Eifelkreis bereits sehr viele. Und seit einigen Jahren werden einige dieser Projekte in den Kreisnachrichten nach und nach vorgestellt. "Wir haben in den vergangenen 17 Jahren weit über 1000 Objekte im Rahmen der Dorferneuerung begleitet und bezuschusst", sagt Edgar Kiewel, Dorferneuerungsbeauftragter des Eifelkreises. "Aber wir sehen beim derzeit laufenden Zukunfts-Check Dorf auch, dass vieles noch im Argen liegt, die meisten Dörfer gleichzeitig aber auch ein enormes Zukunftspotenzial haben", erklärt Kiewel. Und in einigen Fällen werde dieses Potenzial auch genutzt.
Finanziell unterstützt wird der diesjährige Wettbewerb auch von der Volksbank Eifel. Deren Vorstand Andreas Theis, der ebenfalls der zehnköpfigen Jury angehört, sieht als Banker zudem noch einen weiteren positiven Aspekt im Erhalt der Baukultur. "Das hat viel mit Dorfkultur, aber eben auch mit Werterhalt zu tun", sagt Theis. Schließlich steigere jedes weitere positive Objekt den Werterhalt einer gesamten Lage, erklärt der Bankvorstand. "Und deshalb sollte eigentlich jeder Bürger ein Interesse daran haben, dass sich im Innenbereich etwas tut."
Extra: SO KANN MAN AM WETTBEWERB TEILNEHMEN


Beim mit 4000 Euro dotierten Baukulturpreis werden Projekte ausgezeichnet, die in Ortskernen gelegen sind und zur nachhaltigen Stärkung und Aufwertung der Ortskerne beitragen. Vorgesehen sind die drei Kategorien Neubau, Bauen im Bestand sowie Freiraumgestaltung und Infrastrukturprojekte. Einsendeschluss ist der 15. September. Die Jury entscheidet im Oktober und verleiht im Januar 2018 die Preise. Zudem ist eine Wanderausstellung geplant. Infos und den Auslobungstext zum Verfahren gibt es unter <%LINK auto="true" href="http://www.eifel-baukultur.de" text="www.eifel-baukultur.de" class="more"%>