Geteert, nicht (mehr) geschüttelt

RITTERSDORF. Schluss mit holprig: Die größte Gemeinde der VG Bitburg-Land möchte ihre Bitburger Straße ausbauen. Die Bürger wurden nun über das Vorhaben informiert, das möglicherweise 2006 verwirklicht werden könnte.

Seit gut 30 Jahren werden die Rittersdorfer umgangen und gemieden. Gemieden, weil Autofahrer, die von Bitburg in Richtung Bickendorf - oder umgekehrt - unterwegs sind, dafür nicht mehr durch Rittersdorf fahren; umgangen, weil es dafür seit Mitte der 70er Jahre eine Umgehungsstraße gibt. Davor war die Bitburger Straße, die durch den Ort führt, eine Bundesstraße bis dann daraus eine Landstraße wurde und irgendwann eine Kreisstraße. Was geblieben ist, gleicht in Zustand und Breite einer Mischung aus Feldweg und Landebahn. Denn die Straße wurde zwar abgestuft, kleiner ist sie dadurch jedoch nicht geworden. "Wir haben derzeit in Rittersdorf eine Straßenbefestigung von bis zu acht Metern", sagt Bernd Schuh vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Bitburg, der im Rahmen einer Bürgerversammlung in Rittersdorf sein Konzept für einen möglichen Ausbau - oder vielmehr Rückbau - der Straße präsentierte. Gut 650 Meter ist das Straßenstück lang, auf dem sich täglich etwa 600 Fahrzeuge bewegen und das auf langjährigen Wunsch der Gemeinde in den kommenden Jahren erneuert werden soll. Anfangspunkt der Maßnahme ist nach Stand der Planung in Höhe der Burg, enden soll das Vorhaben in Richtung Ortsausgang/Bitburg nahe der Zufahrt zum Wohngebiet "Auf Hasselt". Fünfeinhalb Meter soll das neue Straßenstück breit werden - nach Aussage von Schuh ausreichend Platz für entgegenkommende Autos oder auch Traktoren. Nur im an den beiden Bushaltestellen ist geplant, die Straße so zu verengen, dass an den dort haltenden Bussen kein Verkehr vorbei kommt.Kein Eingriff in privates Eigentum

Was von der jetzigen Straßenfläche dann noch übrig bleibt, soll zum einen Gehweg werden, der dann in Richtung Bitburg auf der linken Seite verlaufen würde, zum anderen Grünfläche und - nicht zuletzt - privates Eigentum für die Anlieger, das heißt, nur für diejenigen, die es kaufen wollen. Und damit das möglichst viele sind, übernähme der Kreis die anfallenden Gebühren für Vermessung und Notar, so dass für Anwohner nur der ortsübliche Grundstückspreis zu bezahlen wäre, erklärt Wolfgang Kläs vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr Gerolstein. Auch er war dabei, als im Herbst vergangenen Jahres bei einer Gemeinderatssitzung in Rittersdorf das Projekt vorgestellt wurde, ebenso wie Hans-Jürgen Böttel von der Bitburger Kreisverwaltung, die 410 000 der geschätzten 500 000 bis 600 000 Euro Gesamtkosten übernehmen will. Es werde bei Teilen der Straße durch den Umbau in die bisherige Nutzung eingegriffen, sagt Böttel, "nicht aber ins Eigentum". Der gesamte Abschnitt sei öffentliches Eigentum. Was die Genehmigung des Planes betreffe, so sehe er "keine großen Widerstände", sagt Kläs. Voraussetzung für die Umsetzung 2006 sei, dass der Gemeinderat möglichst schnell zustimme, damit die Bitburger Straße in den Investitionsplan mit aufgenommen werden könne. 60 Zentimeter dick soll die neue Deckschicht der Straße werden. Unklar ist, in wie weit die Anlagen für die Abwasserentsorgung darunter erneuert werden müssen. Ab dem Gasthaus "Bei Batches" werde in Richtung Ortsausgang der Kanal auf jeden Fall erneuert, sagt Wolfgang Klaas von der Bauabteilung der VG-Werke Bitburg-Land. Was den Rest betrifft, so soll eine Kamerafahrt durch den trüben Schmutzwasserkanal Klarheit über den Zustand und zusätzliche Kosten bringen.