Gewerbe investiert viel Geld ins Geläut
Bitburg · So schön der Glockenturm am oberen Ende der Fußgängerzone auch sein mag, funktionell ist er schon seit einigen Jahren nicht mehr. Sowohl das Laufwerk des Figurenspiels als auch das Uhrwerk sind defekt. Letzteres wird derzeit im Auftrag des Gewerbevereins repariert. Bis die Glocken allerdings wieder klingen, wird es noch eine Weile dauern.
Bitburg. Inwieweit der Zahn der Zeit am Glockenturm nagt, ist schwer zu sagen. Denn die Uhr des Turms, mit denen sich dieser Nagevorgang zeitlich einordnen ließe, funktioniert schon seit Jahren nicht mehr. Genau genommen ist sie derzeit gar nicht mehr vorhanden. Dort, wo einst die beiden Ziffernblätter befestigt waren, ragen jetzt nur noch acht rostige Gewindestäbe in Richtung Süden und Norden. Und auch das Uhrwerk, das zwischen den beiden Ziffernblättern hing, ist verschwunden. Denn die Uhr des Glockenturms wird derzeit komplett saniert. Wenn alles gut läuft, wird der Glockenturm Mitte August wieder bedingt einsatzbereit sein.
"Eigentlich hatten wir gehofft, die Uhr noch vor dem Folklore-Festival erneuert zu haben", sagt Edgar Bujara, Vorsitzender des Bitburger Gewerbevereins. Doch das habe die damit beauftragte Werkstatt leider nicht geschafft. Was auch daran liege, dass die Uhr nicht nur gangbar gemacht, sondern umfassend saniert werde, wie Bujara erklärt. Allein diese Maßnahme, die der Gewerbeverein mit Hilfe privater Spenden umsetze, koste rund 8000 Euro. Und das sei erst der Anfang.
"Wenn die Uhr wieder installiert wird, soll gleichzeitig das Laufwerk des Figurenspiels ausgebaut werden, das dann in den kommenden zwei Jahren saniert wird", sagt der Gewerbevereinsvorsitzende. Dass zur Reparatur der Technik ober- und unterhalb des Uhrwerks ein solch langer Zeitraum angesetzt ist, liegt schlichtweg an den Kosten.
18 Glocken werden gewartet
Rund 40 000 Euro soll die Sanierung der Glocken und der Figuren kosten. "Eine so große Investition können wir nicht so einfach schultern", sagt Bujara. Da benötige man Zeit, um das Geld zusammenzubekommen. Dass es gemacht werde, stehe aber außer Frage. "Der Auftrag dazu ist vergeben", fügt der Unternehmer hinzu. 18 Glocken hat der Turm. Einige davon funktionieren noch. Gewartet und repariert werden sollen jedoch alle. Es bringe wenig, nur die kaputten Glockenschläge zu erneuern, wenn danach die anderen ihren Geist aufgäben, sagt Frank Kohn, zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung. "Anders als in Kirchtürmen liegen die Glocken nun mal frei; deshalb sind sie der Witterung auch entsprechend stark ausgesetzt", erklärt Kohn. Die Zeiger der beiden Ziffernblätter, die zukünftig digital angetrieben werden und in den kommenden Wochen ihren Dienst antreten, dürfen sich also noch etliche tausend Mal im Kreis bewegen, bevor der erste Glockenschlag erklingen und die Handwerker wieder aus dem Turminneren auftauchen werden. Bis dahin jedoch müsste das neue Uhrwerk locker durchhalten.
Extra
Der Glockenturm wurde vom Gewerbeverein gestiftet und 1997 errichtet. Das klingende Wahrzeichen der Stadt, das über 18 Töne verfügt, hat Volks- und Weihnachtslieder im Repertoire. Dazu gehören "Freut euch des Lebens", "Im Märzen der Bauer", oder aber "Horch, was kommt von draußen rein" und "Schneeflöckchen, Weißröckchen". Die Uhr war zuletzt so eingestellt, dass etwa alle zwei Monate andere Melodien erklangen. Es gab 27 Lieder, die täglich zwischen 10 und 18 Uhr stündlich (mit Ausnahme der Mittagszeit) gespielt wurden. Die Figuren, die mit dem Glockenschlag zum Vorschein kommen, stellen bekannte Handwerker der Bitburger Geschichte dar. uhe