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Gewerbeverein Bitburg spricht über das Krisenjahr

Gewerbeverein Bitburg spricht über das Krisenjahr : Das lästige Virus zwingt zur Improvisation

Für den Gewerbeverein Bitburg und dessen Mitglieder waren die vergangenen Monate eine Herausforderung. Bislang jedoch sind die einzelnen Arbeitsgruppen damit recht kreativ umgegangen, wie die Jahreshauptversammlung zeigte.

So war das nicht geplant: „Gleich im ersten Jahr eine Pandemie mit Lockdown – das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt“, sagt Lars Messerich. Der Betreiber des Modehauses Messerich hat im vergangenen Jahr von seinem Vorgänger Edgar Bujara den Vorsitz des Gewerbevereins Bitburg übernommen.

Ein Dreivierteljahr später dann das Virus. Über Wochen hinweg waren die meisten Geschäfte und viele Betriebe in der Bitburger Innenstadt geschlossen. Messerich und seine Mitstreiter im Vorstand und in den Arbeitsgruppen des Gewerbevereins hätten daran verzweifeln können. Doch der Verein hat sich dazu entschieden, das Beste aus der Situation zu machen.

Wie es scheint, ist das auch gelungen. „Das Positive an der Krise ist mit Sicherheit, dass dadurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wurde“, sagt der Vorsitzende. Für ihn sei das eine sehr wertvolle Erfahrung gewesen.

Für Kai-Uwe Klos war es das auch. Der Geschäftsführer von Media Parts ist Mitglied des Vorstands und dort für die Arbeitsgruppe zuständig, die sich um den Maimarkt kümmert. 2019 wurde dieser erstmals veranstaltet. „Letztes Jahr hatten wir bestes Wetter, dieses Jahr dann Corona“, sagt Klos.

Nach der erfolgreichen Premiere 2019 habe die Arbeitsgruppe in diesem Jahr das Programm noch erweitern wollen, erklärt er. Doch daraus wurde dann nichts. Komplett absagen wollte der Arbeitskreis die Veranstaltung aber nicht.

Deshalb habe man sich dann dazu entschieden, einen Online-Maimarkt zu organisieren, sagt Klos. Und das Angebot sei sehr gut angenommen worden. In welcher Form der Maimarkt im kommenden Jahr veranstaltet wird, dazu könne er derzeit noch nichts sagen. Das hänge von den Auflagen ab.

Gleiches gilt im Grunde auch für alle anderen Veranstaltungen, zu denen in der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins aus den einzelnen Arbeitsgruppen im Gasthaus Eifelbräu berichtet und informiert wird. Der im März geplante Beda-Markt wurde abgesagt, die Braderie findet zwar statt, läuft diesmal aber anders (Bericht dazu folgt), das Halloween-Shopping muss ausfallen, genau wie die verkaufsoffenen Sonntage, weshalb der Bauernmarkt dieses Jahr samstags veranstaltet wird.

Auch auf die Gäßestrepper-Taufe und das Bitburger Autofestival muss verzichtet werden. Wobei es für das damit verbundene Oldtimer-Treffen alternative Überlegungen gebe, wie Vorstandsmitglied Markus Angel erklärt. Und dann ist da schließlich noch der Weihnachtsmarkt.

Laut Peter Hein, Zweiter Vorsitzende und Betreiber der Kunstecke Hein, hat der Gewerbeverein mit dem hochwertigen Bühnenprogramm des Weihnachtsmarkts ein Alleinstellungsmerkmal in der Region geschaffen. „Wir sollten dieses Konzept langfristig beibehalten“, rät Hein und wagt dann einen leichten Ausblick auf die kommende Vorweihnachtszeit. „Sollte es weitere Lockerungen geben, werden wir kurzfristig ein Top-Programm auf die Beine stellen“, so der Zweite Vorsitzende. Dass es aber dazu kommen werde, da sei er skeptisch.

Nach Weihnachten kommt Neujahr. In diesem Jahr gab es dazu auch einen Neujahrsempfang, der laut Frank Gierden von der Kreissparkasse Bitburg-Prüm auch sehr erfolgreich war.

Sorgen darüber, dass die nächste Veranstaltung coronabedingt ausfallen könnte, macht sich Gierden derzeit nicht. Der Neujahrsempfang findet nämlich nur alle zwei Jahre statt, das nächste Mal also frühestens Anfang 2022. Im Idealfall hat sich das Thema Corona bis dahin längst erledigt.

Unabhängig davon will der Gewerbeverein aber an einer Sache auch zukünftig festhalten. Und das ist die Online-Plattform, über die Händler ihre Ware anbieten und sich präsentieren können. Nach dem Start des Lockdowns im März wurde das Angebot innerhalb weniger Tage aufgebaut. Und wie Klos erklärt, seien darüber zeitweise täglich mehr als 12 000 Menschen erreicht worden. „Wir wollen das Projekt nicht sterben lassen, sondern zukünftig den Maimarkt und die Braderie darüber mit abwickeln“, erklärt Messerich. Ziel müsse es sein, das Einkaufen vor Ort mit dem Internet-Angebot zu kombinieren.