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Giftpflanze: Im Eifelkreis wird der Bärenklau gezielt bekämpft

Umwelt und Natur : Ziemlich giftig - Warum und wie der Riesen-Bärenklau in der Eifel bekämpft wird

Einst kam er als Zierpflanze nach Europa. Aber heute ist der Bärenklau unerwünscht. Er stellt für Menschen und Tiere eine gesundheitliche Bedrohung dar.

Seine Ausmaße sind prachtvoll, die Blütendolden sind imposant – es ist kein Wunder, dass der Riesen-Bärenklau Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze seinen Weg aus dem Kaukasus nach Mitteleuropa gefunden hat, doch mit den Jahren wurde die Pflanze zunehmend zum Problem. Sie vermehrt sich teils explosionsartig und ist zu allem Überfluss auch noch ziemlich giftig. Immer wieder gab es auch vom Land Rheinland-Pfalz Initiativen zur Zurückdrängung, doch eine flächenweite Bekämpfung scheint unmöglich, das Engagement wurde quasi eingestellt. Wie sieht es aktuell im Eifelkreis aus?

In der Eifel ist der giftige Riesen-Bärenklau besonders an den großen und kleinen Flussläufen zu finden – so auch an der Prüm, der Kyll, der Nims und den Nebenbächen.

Im Einzugsgebiet des Naturparks Nordeifel von der Quelle der Prüm bis nach Lünebach befindet sich laut dem Naturpark-Mitarbeiter Ulrich Klinkhammer das größte Vorkommen im Alfbachtal. Die Bekämpfung dort bereite besondere Probleme, da das Naturschutzgebiet schwer zugänglich sei.

„Verstärkt bekämpfen wir die Stauden am Rand von Rad- und Wanderwegen, da sie dort die größte Gefahr darstellen. Am Gewässer versuchen wir es ebenfalls, haben aber natürlich auch nur eingeschränkt Mittel zur Verfügung“, sagt Klinkhammer. Seit der Zuschuss vom Kreis gestrichen worden sei, habe der Naturpark nur noch ein kleines Budget von 2000 bis 3000 Euro zur Eindämmung zur Verfügung. Daher kann der Naturpark betroffene Bürger, die auf ihren Flächen Vorkommen entdecken, nur dazu aufrufen selbst aktiv zu werden – wohlgemerkt unter Einhaltung von dringend empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen: ohne Schutzanzug und Handschuhe sollte sich niemand an die Pflanzen heranwagen (siehe Info).

Die Pflanze erinnert an Schafgarben, sie ist aber deutlich höher und hat einen dicken, behaarten Stängel mit schwarzen und roten Punkten. Die Blätter können einen Durchmesser von bis zu einem Meter haben und sind meist gezackt. In der Blütezeit von Juni bis August erkennt man das Gewächs außerdem an den großen, weißen Blüten.

„Am effektivsten ist es, den Riesen-Bärenklau im Jungstadium mit Wurzeln auszugraben. Ist er größer, kann man ihn nach Entfernung der Blütendolden zur Bekämpfung eintüten“, erklärt Klinkhammer. So könne vermieden werden, dass die Pflanze ihre Samen abwerfe und sich weiter verbreite. Werde nur die Staude abgeschnitten, bilde sie am Boden innerhalb einer Woche eine sogenannte „Notblüte“ und komme schlichtweg wieder. Sei die Pflanze ordentlich entfernt worden, müsse man dennoch aktiv bleiben, rät Klinkhammer. In den Folgejahren müssten die Stellen immer wieder kontrolliert werden, da die Samen der Staude auch nach mehreren Jahren noch keimfähig seien.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Ortsgemeinde Rommersheim. Dort befindet sich besonders viel Riesen-Bärenklau in der Schönecker Schweiz und an der Fleringer Mühle, am Kupferbach. Nachdem man diese Flächen zunächst beschnitten und gemulcht hat, wurden sie als Weidefläche für Schafe genutzt. „Das hat letztes Jahr viel geholfen. Die Flächen sollten zwei Mal im Jahr abgeweidet werden.“, sagt Ortsbürgermeister Helmut Nober.

Grundsätzlich ist jedoch keine Besserung der Situation in Sicht. An der Prüm und im Mehlental habe man den Bärenklau mittlerweile zwar größtenteils im Griff, so Klinkhammer, aber eine vollständige Beseitigung sei aufgrund des begrenzten Budgets unrealistisch.

Für die Entfernung des Riesen-Bärenklaus auf dem eigenen Grundstück sind die Besitzer selbst verantwortlich, eine Zuständigkeit des Ordnungsamtes ist nicht gegeben. Vorkommen von Riesen-Bärenklau sollten aber der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung des Eifelkreises gemeldet werden.

 So sehen die Dolden der Herkulesstaude aus.
So sehen die Dolden der Herkulesstaude aus. Foto: Frank Auffenberg

Informationen beim Naturpark Nordeifel unter Telefon 06551/985755 oder der Kreisverwaltung unter 06561/153220.