Glasklare Höhen und eine seidige Mitte

Echternach · Liederabende haben oftmals einen ganz eigenen Charakter, der von sehr viel Intimität geprägt ist. Solch ein Ereignis konnte man jetzt im Trifolion in Echternach erleben - mit der Sopranistin Ursula Thies.

Die Sopranistin Ursula Thies im Echternacher Trifolion. TV-Foto: Gerhard Kluth

Echternach. Sie ist in der Region und darüber hinaus keine Unbekannte mehr: die Sopranistin Ursula Thies.Wer Gelegenheit hatte, den Werdegang der Sängerin zu beobachten, muss heute feststellen, dass sich hier eine Stimme mit großer Bandbreite kontinuierlich entwickelt hat. Vor kurzem erst war Thies in der Prümer Basilika mit dem Gloria von Francis Poulenc und dem Te Deum von Antonin Dvorák zu hören und hinterließ ein begeistertes Publikum.
Nun also ein Liederabend im Echternacher Trifolion mit Kompositionen von Josef Marx, Erich Wolfgang Korngold, Johannes Brahms und Gabriel Fauré. In Prüm trat der Sopran mit einem großen Orchester und einem Chor als Partner auf, in Echternach wurde den Zuhörern die intime Atmosphäre des romantischen Liedes geboten.
Mit beidem kommt Thies bestens zurecht, und es war ihr ein Leichtes, das Echternacher Publikum in ihren Bann zu ziehen. Dabei waren es besonders die Liebeslieder, mit denen sie ihre Zuhörer gefangen nehmen konnte.
Mit großer Empathie gestaltete sie "Hat dich die Liebe berührt" von Marx, "Mondschein" von Brahms und als einen besonderen Höhepunkt "Rêve d\'amour" von Fauré. Mit glasklaren und prägnanten Höhen, die trotz eines akustisch nicht unproblematischen, weil sehr harten Raumes kaum einmal die erforderliche Weichheit vermissen ließen, gestaltete sie den Abend.
Zuverlässige Partnerin am Piano


Seidig präsentierte sie das Timbre ihrer Mittellage. Thies konnte sich auf sicherem Boden bewegen, weil sie mit der Pianistin Michiko Sasano eine sehr zuverlässige Partnerin hatte. Sie übte die mit ihrem Spiel die notwendige Zurückhaltung und unterstrich den Gesang. Ein wundervoller Abend, dessen Besuch sich lohnte.