Glaube an die Unschuld

Aus der Sicht als Patientin bei dem betroffenen Arzt möchte ich meine Sichtweise einmal darstellen. Da ich die vier Verhandlungstage beim Landgericht Trier mitbekommen habe, bin ich zutiefst erschüttert über das Urteil.

Wie einen Schock erlebte ich es, brauchte erst einmal Tage dafür, um zu realisieren, was das für die Arztfamilie für Konsequenzen hat. Man kommt in eine Praxis herein und wird sofort freundlich, ja geradezu herzlich empfangen. Die Frau des Arztes nimmt die Personalien auf. Dann haben der Arzt und seine Frau Zeit für das Aufnahmegespräch. Es wird gemeinsam beraten, was für Untersuchungen und Therapien angewandt werden. Ist man damit einverstanden, folgen entsprechende Anwendungen. Man bemerkt, dass die Frau sich besser in Deutsch ausdrücken kann. Der Arzt hat es etwas schwerer. So muss man beim Gespräch mit ihm oft die fehlenden Worte selbst ergänzen, um den Inhalt zu verstehen. Die ganze Art, wie beide mit den Patienten sprechen, ist warmherzig und freundlich. Fehlen ihnen die Worte, so verwenden sie die Körpersprache. Sie motivieren Patienten, indem sie sie umarmen, drücken, warmherzig und ermutigend anschauen. Alles beruht auf fast freundschaftlicher Basis. Man hat nicht das Gefühl, man sei nur irgendein Patient, eine Nummer. Man fühlt sich geborgen, verstanden und ernst genommen, was wir hier leider oft bei unseren hiesigen Ärzten vermissen. Es mag sein, dass es im ersten Augenblick befremdend wirkt. Aber wenn man bereit ist, dieses Arztehepaar so zu nehmen und zu verstehen, dann akzeptiert man auch die Körpersprache, versteht sie nicht falsch und denkt sich nichts Anstößiges dabei. So glaube ich bis heute noch nicht den Vorwurf der "sexuellen Nötigung", die unserem Doktor angelastet wird. So ist es verständlich, dass wir Patienten solidarische Bereitschaft bis zum Schluss der Verhandlung demonstrierten. Wir glauben weiterhin an die Unschuld unseres Arztes. Helenita Frohberg, Schloßheck