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Glaube im Alltag: Einen statt spalten

Glaube im Alltag : Einen statt spalten

Uns allen werden die verstörenden Bilder, die uns letzten Donnerstag aus den USA mit dem Sturm des Kapitols erreichten, in irgendeiner Art und Weise beschäftigt haben. Von ungläubigem Staunen bis zu dem Gefühl, dass man es so hat kommen sehen, werden die Eindrücke gereicht haben.

In der Tat haben sich die Ereignisse schon seit längerem angebahnt. Wenn man eines nicht sagen kann, dann dies: Sie kamen wie aus heiterem Himmel gefallen. Und trotzdem lösten die Bilder von johlendem Mob und verwüsteten Abgeordnetenbüros Beklemmung in einem aus.

Das passiert in einer Gesellschaft, die systematisch in den letzten Jahren von dem obersten politischen Repräsentanten gespalten wurde. Geschehen wie in einem schlechten Lehrbuch der Soziologie. Denken wir jetzt nicht, dass könne nur in den USA so passieren. Nein, es kann überall dort geschehen, wo verantwortungslose Politiker nur an sich denken und nur die Maximierung ihres eigenen, persönlichen Vorteils im Auge haben. Es kann also, wenn wir nicht aufpassen, genauso bei uns geschehen. Spaltungen, egal wo sie sich bilden, sind auf Dauer immer zersetzend. Hier kommt mir das Jesuswort in den Sinn: „Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.“

Wie wahr dieser Satz ist, können wir an vielen Beispielen in der Welt und in unserem persönlichen Umfeld immer wieder aufs Neue sehen. Gesellschaften, die gespalten sind, Staaten, die sich befehden, Familien, die sich überwerfen: Überall dort, wo Streit und Zwietracht herrschen, ist kein gedeihliches Leben mehr möglich mit all den vielen negativen Folgen, die das mit sich bringt.

Wir sollten nicht sagen, wir wüssten es nicht besser. Denn es gibt auch die ermutigenden Beispiele der Menschen, die ganz unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen wieder miteinander versöhnt haben. So ein Mahatma Gandhi oder ein Nelson Mandela, die beide ihr politisches Wirken eng mit dem Gedanken verknüpft hatten, ihre Nationen zu einen. Es geht also auch anders. Wir haben alle die Möglichkeit, uns für das versöhnende und ausgleichende Leben zu entscheiden. Als Christen sollten wir wissen, was wir zu tun haben und auf welcher Seite wir zu stehen haben.