GLAUBE IM ALLTAG

Dramatisch klingen die Worte einer Studie des Club of Rome, die kürzlich veröffentlicht wurde. Momentan leben wir Menschen so, als würde es nicht eine Erde geben, sondern 1,6. Das bedeutet: Wir Menschen insgesamt verbrauchen jeden Tag Rohstoffe und Energie, als würden wir noch eine gute halbe Erde im Keller haben.

Wir beuten den Planeten aus, auf dem wir leben - und sägen so den Ast ab, auf dem wir sitzen. Die Folgen haben wir alle schon hundert Mal gehört: Die Meeresspiegel steigen (laut dieser Voraussage bis 2052 um einen halben Meter), Regionen vertrocknen, Millionen Menschen werden flüchten. Wir zerstören unwiederbringlich Lebensraum, den wir nicht besitzen, sondern der in Millionen von Jahren gewachsen ist und seine Schönheit entfaltet hat. Wir zerstören einen lebendigen Planeten, der uns anvertraut wurde, der uns von Gott geschenkt wurde - oder, wie ein Spruch der Indianer sagt - den wir von unseren Kindern geborgt haben. Von unserem Verhalten heute hängen also Vergangenheit und Zukunft ab. Aber können wir uns wirklich dazu verhalten? Aber wir fühlen uns oft ohnmächtig angesichts der komplexen Zusammenhänge des Weltklimas: Was kann ich schon tun? Ich bin überzeugt: Wir können etwas tun! Wenn wir versuchen, unser Wohlbefinden nicht nur durch Konsum zu steigern und so die Erde immer weiter ausbeuten, wäre das eine Idee. Unsere Lebensqualität mehr durch das zu bestimmen, was wir sind und was wir tun, statt durch das, was wir haben und was wir uns leisten können (ganz konkret zum Beispiel der tägliche Konsum von Fleisch), das käme der Umwelt zugute - und unserer Lebensqualität auch! David Bruggeman ist Pastoralreferent im Dekanat Gerolstein-Hillesheim.