Glaube im Alltag

"Wie war noch Ihr Name?" Anruf in der Arztpraxis. Ich hatte mich mit meinem Namen gemeldet. Aber die freundliche Helferin fragt zurück: "Wie war noch ihr Name?" Ach, mein Name war nicht - er ist und wird bleiben!

Es geht weiter: "Ihren Vornamen bitte!". Unser Familienname kommt in der Datei zwar nur zweimal vor, aber könnte ich etwa meine Frau sein? Nach der Nennung des Vornamens werde ich endlich mein Anliegen los. Ich stelle mir vor: Zu meinem "letzten Advent" komme ich an die Himmelstür und lande in der Sicherheitsschleuse. Der alte Herr im Glaskasten fragt: "Wie war noch ihr Name?" Ich nenne ihn. Er hackt auf der Tastatur des Himmelscomputers herum und fragt weiter: "Ihr Vorname bitte!" - "Tacktacktack", macht es. Dann sagt er: "Sie sind nicht in unserer Datei. Versuchen sie es unten im Kellergeschoss." Schüchtern wende ich ein: "Aber ich war doch viele Jahrzehnte lang Pfarrer!" - "Das hat hier nichts zu sagen", lautet die schroffe Antwort. "Sie kennen wir hier nicht." Leise mache ich den alten Herrn darauf aufmerksam, dass er selbst in einem entscheidenden Augenblick behauptet hatte, er habe mit einem gewissen Jesus aus Nazareth überhaupt nichts zu tun. Petrus zuckt zusammen und greift zum himmlischen Telefon zur Rückfrage beim "Chef persönlich". Im Laufe des Gesprächs nickt er ein paar Mal mit dem Kopf, und dann öffnet sich summend die innere Himmelstür. Erleichtert bin ich nun doch da, wo ich immer hin wollte: bei Gott. Heute stehe ich nur in meiner Vorstellung vor der Himmelstür. Aber ich hoffe um Jesu Christi willen nur eins: dass mich dann niemand fragt: "Wie war noch ihr Name?" Das wäre mein echter "Advent" bei Gott, der zu seinem Volk gesagt hatte: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!" (Jesaia 43,1) Dies kann für uns alle gelten! Hans-Martin Stüber, Pfarrer i. R.