Glaube im Alltag

Glaube drückt sich nicht nur im Gebet und Gottesdienst aus, sondern auch und vor allem in der tätigen Nächstenliebe. Ohne die Werke der Liebe ist der Glaube tot und so sollten wir uns immer wieder klar machen, dass die Caritas mit den Werken der Barmherzigkeit kein Anhängsel an den Glauben ist, sondern unverzichtbarer Ausdruck.

Barmherzigkeit ist zudem nicht überholt. In der katholischen Welt wurde dieses Jahr als das Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Es ist gut, wenn sie im Alltag wieder an Stellenwert gewinnt und zunimmt. Zu den "geistlichen Werken" der Barmherzigkeit zählt unter anderem: "Denen, die uns beleidigen, zu verzeihen." Hört sich ganz einfach an, ist aber sehr schwer. Manche Sachen bleiben hängen und vieles lässt sich nicht einfach abschütteln. Verzeihen können - das lässt sich so auch nicht durch einen Maßnahmenkatalog planen oder anordnen, sondern ist eine Eigenschaft des Herzens. Mit der Erwartung, derjenige, dem Leid zugefügt wurde, der solle auch noch verzeihen, wird zudem der Spieß umgedreht. Nicht der Beleidigende muss sich entschuldigen, sondern der Beleidigte soll barmherzig reagieren. Verzeihen verlangt von daher innere Haltung und menschliche Größe. Wenn wir uns auf unseren individuellen Weg der Barmherzigkeit und Versöhnlichkeit machen, wird dies bei uns selbst und unseren Mitmenschen etwas Positives bewirken. In diesem Sinne wünsche ich frohe Pfingsten und: Dass das Jahr der Barmherzigkeit Taten zeigt. Monika Dondelinger, Diplom Sozialarbeiterin, Caritasverband Westeifel