Glaube im Alltag

Eine Woche schneebedeckte Gipfel, schöne Pisten und viel Sonne. Geschenkte Zeit.

Es ist ein ganz eigenes Gefühl von himmlischem Glück, das ich da oben empfinde. Kein Wunder: Der Himmel ist dort oben in den Bergen ja auch näher. Und der Gott des Himmels und der Erde vielleicht auch. Seit Jahrtausenden verbinden die Menschen mit den Bergen auch Himmlisches und Göttliches. In etlichen Religionen gibt es Berggötter und Gipfelheiligtümer. Und auch der Gott der Bibel lässt sich dort oben besonders finden. Moses steigt auf den Berg Sinai hinauf und bekommt dort oben von Gott die Zehn Gebote überreicht. Und auch Jesus wandert auf einen Berg um dort zu beten. "Ihr Gott ist ein Gott der Berge" (1 Könige 20,23). Das behaupten in der Bibel einmal auch die Berater eines Königs, der gegen das Volk Israel kämpfen will. Und sie meinen, sie könnten diesem Gott der Berge ein Schnippchen schlagen, wenn sie sein Volk unten in der Ebene herausfordern. Aber der Plan geht natürlich nicht auf. Die Israeliten siegen gegen den fremden König. Ihr Gott ist zwar einerseits ein Gott der Berge - aber er wirkt auch in der Ebene. Und das finde auch ich ganz gut so. Denn nach dem Bergurlaub geht es ja auch für mich wieder runter ins Tal. Und nach wunderbaren Gipfelerlebnissen muss ich wieder in die Niederrungen des Alltags. Und ich weiß: Auch dort wartet Gott auf mich, und ich kann dort im Alltag auch aus der Kraft schöpfen, die ich vom Berg mitbringe. Hilde Telkes ist Gemeindereferentin Pfarreiengemeinschaft Neuerburg