glaube im alltag

Für gute Worte bin ich immer dankbar. Gute Worte erfreuen und bauen auf, etwa ein Lob, wenn etwas gelungen ist oder ein tröstlicher Zuspruch, wenn es einem schlecht geht.

Manchmal frage ich mich, warum wir so wenig gute Worte für einander übrig haben. Böse Worte gehen uns oft leichter über die Lippen. Böse Worte machen aber den anderen "fertig" und kaputt. Sie tun weh und das leider oft mit Absicht. Ähnlich ist es mit gedruckten Worten: die einen machen nachdenklich und ermutigen, die anderen machen bedrückt und mutlos. Übrigens: Warum kommen in den Medien immer so viele schlechte Nachrichten? Stimmt es wirklich, dass für die Medien nur schlechte Nachrichten "gute" Nachrichten sind, weil sie "Quote" oder "Auflage" bringen? Eine "Bibel im heutigen Deutsch" heißt "Die Gute Nachricht". In ihr finden sich viele gute Worte für uns alle. Am besten gefallen mir Segenssprüche, wie sie auch in jedem Gottesdienst vorkommen. Denn da wird uns "gut zugeredet". Nichts anderes bedeuten das griechische und das lateinische Wort für "Segnen": "eulogein" oder "benedicere", also gut zu jemandem reden. Dem Abraham hatte Gott übrigens versprochen: "Ich ... werde dich segnen ... Ein Segen sollst du sein!" (Gen. 12,2). Sind wir unseren Mitmenschen ein "gutes Wort Gottes", ein Segen, oder gar das Gegenteil? Dabei haben wir doch das "Gutreden" selbst so bitter nötig. Hans-Martin Stüber ist Pfarrer im Ruhestand in Gerolstein

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