GLAUBE IM ALLTAG

Zwei Dinge gehen mir gerade durch den Kopf: Zum einen lese ich gerade das Buch von Erik Flügge "Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt - Der Jargon der Betroffenheit." Ja, in der Tat: Die Sprache, die wir Theologinnen und Theologen mitunter in Predigten, Gesprächskreise verwenden, ist - vorsichtig ausgedrückt - sehr blumig und dadurch nicht mehr unbedingt verstehbar.

Wahrscheinlich braucht es desöfteren ein Lexikon: Deutsch - Theologisch, Theologisch - Deutsch. In dem Bemühen, unsere - wirklich - gutgemeinten Inhalte rüberzubringen, verirren wir uns nicht selten im Dschungel der Sprache, weil wir ja niemanden vor dem Kopf stoßen wollen. Letztlich also eine Folge der guten Absicht. Das andere, was mir derzeit durch den Kopf geht - ich denke es geht Ihnen wie mir - ist der Blick in die Welt. Eigentlich mag ich die Augen gar nicht mehr aufmachen, so schrecklich ist der Anblick, den die Welt derzeit bietet. Hass, Terror, Neid, Hunger, Leid und Egoismus - wohin man auch schaut, ob in die weite oder in die nahe Welt. Warum? Es gibt eine alte Redewendung, die als ein Grundsatz der praktischen Ethik gilt. Dieser Grundsatz ist besser bekannt als die Goldene Regel. In der Bibel findet man sie bei Mt 7,12 oder Lk 6,31. "Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg' auch keinem anderen zu!" Einfache, klare Sprache - oder? Wenn sich Jeder und Jede in der nahen und fernen, großen und kleinen Welt nur ein bisschen mehr an diesem Grundsatz orientieren würden... ich bin überzeugt, das könnte zu einer schöneren, gerechteren und friedvolleren Welt führen. Simone Thomas, Pastoralreferentin und Dekanatsreferentin des Dekanates Vulkaneifel (Bistum Trier)