Glaube im Alltag

Sommerferien, Sommerurlaub - endlich! In allen Bundesländern. Jetzt geht es auch für die los, die am längsten ausharren mussten.

Die einen sind unterwegs ans Meer, die anderen fahren in die Berge zum Klettern, auch Städtetouren und Fernreisen sind im Programm. Vielleicht auch Erholung zu Hause. Von Luxemburg aus pilgert eine 140-köpfige Jugendgruppe nach Thailand. Pilgern - eine lange religiöse Reise mit dem Ziel, eine Heilserfahrung zu machen? Thailand - bei dem einem womöglich spontan das Klischee "Sex-Tourismus" einfällt? Gegensätzlicher geht es ja wohl kaum. Doch einmal weg von allen Klischees: Was hat die jungen Menschen wohl veranlasst, sich anzumelden? Womöglich die Hoffnung, Antworten zu erhalten auf ihre Fragen: "Worauf sollen wir hören, wohin sollen wir gehen, wofür sollen wir leben?". Sicherlich der Zielort Thailand mit seiner beeindruckenden Geschichte und Kultur. Diese besser zu verstehen und seine freundlichen, zuvorkommenden Menschen kennenzulernen. Den gelebten Buddhismus einmal hautnah zu erfahren. Ein Abenteuer mit Freunden zu erleben. Sich mit den Erwachsenen, die die Gruppe begleiten, über Glauben und Leben auseinanderzusetzen. Die Möglichkeit, gemeinsam mit und für die einheimischen Bergvölker, die Karen, etwas zu tun. Leben und Glauben im Alltag zu verbinden. Alles gute Gründe, dabei zu sein, scheint mir. Faszinierend für mich ist besonders der Gedanke, dass Jugendliche sich vielleicht in unserem komfor-tablen europäischen Lebensstil korrigieren lassen von Menschen, die sehr einfach und schlicht leben. Die durch ein "gelingendes Leben" abseits von Konsum und übermäßiger Technik zum Vorbild werden, indem sie die Liebe Gottes im Miteinander und im Gebet sichtbar und erfahrbar machen. Und uns Europäern dadurch zeigen, wie Menschen "ganz" werden, "heil" werden. Ein tolles Geschenk, das die Jugendlichen mit nach Hause nehmen dürfen. Daniela Steil, Kinder und Jugendpastoral, Grevenmacher, Luxemburg

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