GLAUBE IM ALLTAG

"Hier gehen ständig Sirenen. Mir ist das nicht mehr egal.

" Diese Aussage meiner Frau erreichte mich am Montagabend auf der Jugendburg Neuerburg während einer zweitägigen Klassenfahrt. Schnell versuchte ich meine Frau zu beruhigen, um mich wieder unserem Programm zu widmen. Erst am Morgen zeigte mir jemand Handybilder unseres Wohnortes Bettingen, und mir fuhr der Schrecken in die Glieder, als ich mir vorstellte, was sich in unserer Dorfmitte in dieser Nacht abgespielt haben musste. Am Nachmittag zurückgekehrt sah ich im Feuerwehrhaus eine Gruppe von Feuerwehrleuten und weitere Helferinnen und Helfer, unter ihnen auch zwei Asylbewerber, erschöpft sitzen. Sie waren von 22 Uhr fast durchgehend im Einsatz gewesen, um die Wasserfluten so gut es ging einzudämmen und mögliche Schäden zu verhindern. Wo dies nicht mehr möglich war, haben sie mitgeholfen, Häuser, Einfahrten und Straßen von Wasser und Schlamm zu befreien. Gut, dass es diese Menschen gibt, die bereit sind, alles andere stehen und liegen zu lassen, um im Ernstfall für uns da zu sein. Sie überlassen uns nicht unserem Schicksal, sondern sind an unserer Seite - schützend, rettend und bergend. Darauf haben sie sich gut vorbereitet. Für mich lässt ihr Handeln zugleich spürbar werden, was wir als Christen von Gott bekennen: er bleibt - was auch kommen mag -an unserer Seite und gibt keinen Menschen verloren! Dieses Beispiel zeigt, was im Leben und Glauben letztlich zählt: füreinander da zu sein, wenn es drauf ankommt. Dyrck Meyer, Pastoralreferent im Dekanat Bitburg