Glaube im Alltag

Für uns war die Geburt unserer Tochter Sara vor knapp drei Monaten ein tief bewegendes Ereignis. Jetzt ist sie da.

Und in den Überschwang des Glücks, in den neuen Rhythmus, den wir als Familie neu zu finden haben, hinein stellen sich uns auch Fragen, die die Zukunft unseres Kindes betreffen. Eine solche Frage ist die nach der Taufe. Vielleicht ist sie bei uns, wo ein Elternteil bei der Kirche beschäftigt ist, schnell beantwortet, und so wurde sie ja auch am vergangenen Sonntag gemeinsam mit drei anderen Kindern in Bettingen getauft. Aber auch uns stellt sich die Frage: Was konkret erwarten wir, wenn wir unser Kind taufen lassen? Auch zu Beginn des Taufgottesdienstes wird den Eltern diese Frage gestellt. Unmittelbar vor dem eigentlichen Ritus, nachdem Bedeutung und Wirkung der Taufe durch Zeichen und Gebete aufgezeigt wurden, wird noch mal gefragt: Wünschen Sie nun wirklich die Taufe für ihr Kind? Was also wünsche ich, wenn ich hier zustimme? Ich wünsche meinem Kind das Allerbeste: eine Beziehung zu Gott, die unwiderruflich und unzerbrechlich ist, die ich nicht selbst machen kann und die zugleich das Kostbarste ist, was ich meinem Kind auf seinem Lebensweg mitgeben kann. "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Dazu das Übergießen mit Wasser. Dies soll bezeugen: Du bist neu geboren, bist rein gewaschen, kein Übel kann dir letztlich etwas anhaben. Denn du bist mit der Quelle des Lebens selbst verbunden. Ich lerne mein Kind mit anderen Augen zu sehen. Nicht nur als Projektionsfläche verborgener Wünsche und verhinderter Ziele. Ich ahne etwas von dem Geheimnis, der Würde und dem Unverfügbaren, das Gott bereits in diesen kleinen Menschen hineingelegt hat. Ich darf ihm vertrauen. Gewinne mehr Gelassenheit und Zuversicht. Und das wird meiner Beziehung zu unserer kleinen Tochter sicher guttun. Dyrck Meyer, Dekanatsreferent, Bitburg