Glaube im Alltag
Manchmal stößt man ja ganz zufällig auf hilfreiche Erkenntnisse. Mir erging es kürzlich so.
Ich mag Satellitenbilder der Erde und Bilder aus dem Weltraum. Deshalb habe ich im Internet unter dem Stichwort "milchstraße erde" gesucht. In der dann angezeigten Liste gab es einen Link, der nennt sich "Die Erde in unserem Sonnensystem, in unserer Milchstraße und im gesamten Universum". Die Bilder, auf die ich da gestoßen bin, zeigen die Erde aus dem Weltall, dann unser Sonnensystem. Da ist die Erde nur noch ein kleiner roter Punkt. Das nächste zeigt unser Sonnensystem in seiner interstellaren Nachbarschaft. Da ist das Sonnensystem ein kleiner, roter Punkt, die Erde nicht mehr auszumachen. Es folgt ein Bild der Milchstraße - mit unserer interstellaren Nachbarschaft als kleinem, rotem Punkt. Die Reihe setzt sich fort mit der örtlichen Galaxie, dem Virgo Supercluster, dem örtlichen Supercluster und letztlich einer Aufnahme des beobachtbaren Universums. Ein Bild des gesamten Universums, wie wir es bis jetzt entdeckt haben. 100 bis 300 Milliarden Galaxien sind hier zu finden - und wer weiß, wie das Universum wirklich aussieht? Unsere Erde ist da nicht mehr auszumachen. Angesichts dieser Dimensionen, dieser Weiten kam ich mir auf einmal ganz klein und unbedeutend vor. Die Größe des Universums, der Schöpfung Gottes, stellt für mich eine Wirklichkeit dar, die mich persönlich relativiert. Das hat nichts damit zu tun, mich selbst nicht ernst zu nehmen. Aber es zeigt mir all die Dinge, über die ich mich aufrege oder mit denen ich mir sonst das Leben selbst schwer mache, in einem anderen Licht. Angesichts meiner persönlichen "Größe" in diesen Galaxien und meiner Vergänglichkeit ändert sich meine Einstellung zu dem, was wichtig ist und was nicht. Von Johannes dem XIII. wird erzählt, dass er mal zu einem neu ernannten Bischof, der nicht mehr schlafen konnte, sagte: "Mein Sohn, als ich zum Papst gewählt wurde, bin ich erschrocken vor der Würde dieses Amtes, und ich konnte eine Zeitlang überhaupt nicht mehr schlafen. Einmal bin ich doch kurz eingenickt, da erschien mir ein Engel im Traum, und ich erzählte ihm meine Not. Daraufhin sagte der Engel: \'Giovanni, nimm dich nicht so wichtig\'. Das nehme ich mir auch zu Herzen. Pastoralreferent Johannes Eiswirth, Prüm