Glaube im Alltag

Meinung Holt Gott zurück! Die Lücke, die Gott lässt! Diese Überschrift aus einem politischen Magazin der letzten Wochen hat mich dazu angeregt, etwas konzentrierter über unsere derzeitige kirchliche, religiöse und persönliche Situation nachzudenken. Welche Rolle spielt der Glaube in unserem gesellschaftlichen, kirchlichen, politischen und auch persönlichen Alltag noch.

Gibt es noch eine Lücke im Alltag, wo Gott hinein passt? Vorneweg will ich einmal sagen: In meinem persönlichen Leben ist Gott kein Lückenfüller. Ich versuche, ihn immer in meinem Leben zu haben. Allerdings muss ich das immer wieder abrufen oder besser gesagt ihn anrufen, den Gott, den Jesus Christus uns gezeigt hat. Sehr sympathisch und hilfreich ist mir das einfache und kurz gehaltene Gebet, dass der zweifelnde Thomas spricht, als er Christus den Auferstandenen erkennt: "Mein Herr und mein Gott!" Ich ertappe mich oft, dass ich bei meinem persönlichen Gebet oft mit diesen Worten beginne. Gott ist für mich kein Lückenfüller. Immer wieder versuche ich dagegen zu halten. Denn wenn es so werden sollte, dann entstehen große Lücken für einen erfüllten und einigermaßen zu bewältigenden Lebensalltag. Der Beitrag in dem oben erwähnten politischen Magazin mit dem Titel wirft andere Fragen auf, die mich natürlich auch beschäftigen. Was ist, wenn Gott und seine Weisungen, seine Zusagen an uns Menschen nur als "Lückenbüßer" herangezogen werden, oft sogar dann, wenn Unfälle, Gewalttaten und Katastrophen Gott sogar als Verantwortlichen darstellen? Dann, ja dann entsteht eben eine Lücke im Alltag, die zu füllen - ohne Gottesbezug - uns Menschen und der Gesellschaft sehr schwer fällt. Schließen möchte ich mit einem Zitat von Alexander Solschenizyn: Holt Gott zurück in die Politik! Rudolf Meyer, Hersdorf