Glaube im Alltag
Der Sport hatte in den letzten zwei Wochen so richtig Hochkonjunktur: Olympische Winterspiele in Sotschi. Und geboten wurde, was bei solch hochkarätigen Ereignissen immer geboten wird: sportliche Höchstleistungen und oft Spannung pur.
Aber was ist es, was uns an diesen Spielen so fasziniert? Der politische und architektonische Gigantismus wird es wohl kaum sein. Das stößt uns wohl eher ab und kann einem den Spaß am Sport schon einmal verderben. Aber was ist es dann? Haben diese Spiele, wie wir sie erleben, vielleicht mehr mit unserem Leben zu tun, als wir es ahnen? Sich mit anderen messen, das kennen wir vom eigenen Leben viel zu gut, denn es kommt beileibe nicht selten vor. Sich auf wichtige Großerlebnisse in unserem Leben zielstrebig vorzubereiten und am Tage X alles zu geben, was man hat und kann. Auch das dürfte uns nicht unbekannt sein. Und dann zu gewinnen oder zu verlieren, Erklärungen dafür finden oder Unerklärliches erlebt zu haben. Auch das kennen wir sicherlich auch von uns selbst. Aber haben diese olympischen Spiele auch etwas mit unserem Glauben zu tun? Der Apostel Paulus schreibt in einem seiner Briefe: "Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt." Paulus hat dabei nun in der Tat nicht den Gewinn einer olympischen Goldmedaille im Blick, sondern das ewige Leben. Wir sollen uns auch auf dem Feld des Glaubens anstrengen, wenn wir etwas gewinnen wollen. Aber letztlich, und das macht den großen Unterschied aus, wird jedem, der ans Ziel kommt, der Sieg geschenkt. Wenn wir uns erst einmal zum Laufen entschlossen haben, dann können wir eigentlich nicht mehr verlieren, weil Gott mit uns ist und uns erwartet. Uns erwartet, um uns in der Begegnung mit ihm reich zu beschenken. In den olympischen Idealen finden wir etwas, was von dem eben Gesagten gar nicht so weit entfernt ist: Teilnehmen ist alles. Das Wichtigste ist mitmachen und dabei sein. So kann es gar keine Verlierer geben und alle erreichen ihr Ziel. Das ist in der Welt des Sports so und das ist in der Welt des Glaubens nicht anders. Klaus-Peter Backes, Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Bleialf