GLAUBE IM ALLTAG

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hes.

36,26) "Wieso ein neues Herz, ich hab doch eins und hoffe, es läuft noch ein bisschen". So könnte man kritische Zeitgenossen reden hören. Gottes Welt und Vorstellungen sind oft so fern von der Gedankenwelt von uns Menschen. Wir sind von klein auf mit uns beschäftigt, suchen unsere Vorteile und Lebensperspektiven, manchmal sehr eigenwillig und zu Lasten unserer Mitmenschen. Aber offensichtlich ist diese Welt sehr reparaturbedürftig, wenn wir Nachrichten sehen. Der europäische Kommissionspräsident Juncker äußerte angesichts der Lage in Syrien am 14.12.16: "Die Welt ist aus den Fugen geraten". Genaugenommen stimmt die Äußerung Junckers nicht erst seit 2016, sondern ab dem Sündenfall. Die Schöpfung Gottes war wunderbar gestaltet, aber ist durch den Menschen entstellt und verzerrt worden. Angesichts der jüngsten Terroranschläge bis hin zu den Klimaveränderungen wird uns das überdeutlich. Aber Gott trug schon nach dem Sündenfall einen Rettungsplan im Herzen (1.Mo. 3,15). Nicht neue Appelle oder Anstrengungen sind an Weihnachten angesagt worden, sondern ein unbeschreibliches Gnadenangebot: Gott schickt seinen Sohn und wirkt drei Jahre vollmächtig und öffentlich durch heilende Worte und Taten. Viele Theologen seiner Zeit verkannten ihn und sorgten für seinen schmählichen Tod am Kreuz. Aber gerade am Kreuz bezahlt Jesus an unserer Stelle für alle Untaten und Rebellion gegen Gott. Vergebung und Versöhnung mit Gott wird für uns abrufbar, wenn wir das im Gebet erbitten und uns Jesus persönlich anvertrauen. Aber der Tod konnte Jesus nicht halten. Der Plan Gottes für eine grundlegende Veränderung des Menschen ist noch nicht zu Ende. Der Prophet Hesekiel (6. Jhdt. v. Chr.) kündigt an: Gott spricht: "Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." Hesekiel 36,26. An Pfingsten gießt Gott den heiligen Geist in das Herz der Nachfolger Jesu. Bis heute sind die Auswirkungen des Geistes durch Menschenhandeln erfahrbar: Wie sie den Nächsten lieben, wie sie entgegen dem Hass versöhnend wirken, wie sie die gute Nachricht von Jesus weitergeben, in der Hoffnungslosigkeit Sinn stiften und angesichts der Todesschrecken auf das Versprechen Jesu aufmerksam machen dürfen: die ewige geborgene Gemeinschaft mit Gott. Hans-Ulrich Ehinger, evangelischer Pfarrer in Bitburg