GLAUBE

Zu unserem Bericht "Ein heißes Eisen erfordert viele Gespräche" (TV vom 16. Januar) schreibt dieser Leser:

Mit großer innerer Depression bin ich von der Veranstaltung im Dauner Forum am 12. Januar nach Hause gefahren, geplagt von der Frage: Wenn Kirche wirklich so banal ist, wie sie sich bei dieser Veranstaltung dargestellt hat, ist es dann intellektuell redlich, dieser Kirche Glauben zu schenken? Diese Frage stelle ich mir als Christ, der bisher seinen Glauben gelebt und die Sakramente aus Überzeugung empfangen hat. Als Antwort fiel mir die folgende prophetische Warnung von Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba aus Fulda ein. Der warnte schon 1985 vor der Entwicklung einer anderen Kirche, wie er sie nannte: einer Ersatzkirche. Der Text hat heute bei Beobachtung der aktuellen Entwicklung der Kirche in den deutschen Diözesen und vor allem aber der Trierer Diözese eine höchste Aktualität. Erzbischof Dr. Dr. Dyba warnte vor der Gefahr eines "Allzu- menschlich machen Wollens" der Kirche mit folgenden Worten: "Dies führe zu einer "Kirche ohne Sünden und ohne Sakramente. Es würden keine Sünden mehr vergeben, sondern nur noch Schwächen, die Verständnis brauchten." Und, wenn wir näher hinsehen, in welche Richtung diese Entwicklung geht, die ja von vielen als Fortschritt angepriesen oder doch wenigstens als Notlösung empfohlen wird, dann sehen wir: "Sie führt zu einer Kirche des Ersatzes". In einer solchen Kirche gebe es statt Priestern Pastoralangestellte; statt Beichten Bußandachten; statt Katechese problemorientierten Religionsunterricht. Gebete würden durch Diskussion und Gelübde durch Tarifverträge ersetzt. Statt Treue, die sich binde, gebe es Beliebigkeit. Statt der Familien, die Generationen gründe, gebe es partnerschaftliche Beziehungen, die vom Winde verweht würden. Statt des Wahren, Echten, Großen, Göttlichen, so Dyba, gibt es menschlich machbaren Ersatz. Statt unbezahlbarer Opfer gibt es bezahlbare Leistungen. Eine solche Kirche aber ist nicht mehr die Kirche Christi! Erzbischof Dr. Dr. Dyba hat diese Entwicklung vorausgesehen. Damals wie heute wollte und will keiner seiner Mitbischöfe auch der Bischof von Trier nicht verstehen, dass die Kirche, die sie verändern, nicht mehr die Kirche Christi ist, sondern ein von Menschen gemachtes Konstrukt, das kein Anrecht auf Glauben hat oder in der Bedeutung der griechischen Ursprache der Bibel, eine Kirche, die ein Anrecht auf das tiefste menschliche Vertrauen verloren hat. Dr. Dieter Fasen, Hillesheim