1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Glockenturm: Das Ende der Stille ist in Sicht

Glockenturm: Das Ende der Stille ist in Sicht

Der Gewerbeverein will den Glockenturm in der Bitburger Hauptstraße möglichst bald wieder zum Klingen bringen. 42.000 Euro soll die Reparatur kosten. Über die Hälfte des Geldes ist durch Spendenaktionen schon zusammen kommen.

Bitburg. Noch immer ist es still am oberen Ende der Hauptstraße - zumindest, was den Glockenturm angeht. Seit sechs Jahren hat er keinen Ton mehr gespielt. Die 18 Glocken sowie die sechs Figuren, die um den Turm herumlaufen, brauchen eine Generalüberholung. Mit der Stille könnte es aber schon bald ein Ende haben, zumindest, wenn es nach dem Willen des Gewerbevereins geht. Die Glocken sollen endlich repariert werden."Ich wünsche mir die Fertigstellung bis Ende des Jahres", sagt Edgar Bujara, Vorsitzender des Gewerbevereins. 1997 ließ der Gewerbeverein, damals noch unter dem Vorsitz von Klaus Becker, den Turm gegenüber der Liebfrauenkirche aufstellen. Ein neues Wahrzeichen für Bitburg sollte er sein und die Fußgängerzone oberhalb des Petersplatzes attraktiver machen. Er besteht aus einem neun Meter hohen Stahlgerüst, dem Geläut, einer doppelseitigen Uhr und den sechs Figuren. Doch der Zahn der Zeit und die Witterung setzten allen Teilen ordentlich zu. Die Uhr war im vergangenen Jahr schon für knapp 9000 Euro repariert worden. Das Uhrwerk und das Zifferblatt wurden nicht nur erneuert, sondern auch mit einem digitalen Antrieb versehen. 42.000 Euro soll nun die Instandsetzung des Geläuts und des Figurenumlaufs kosten, so hat die mit der Reparatur beauftragte Firma Perrot aus Calw (Baden-Württemberg) kalkuliert. Die Firma ist auf Turmuhren und Läuteanlagen spezialisiert und hat zum Beispiel schon die Uhr am Hauptbahnhof in Riga (Lettland) und das Glockenspiel an der Steipe in Trier gestaltet. Im Fall des Glockenturms spricht Geschäftsführer Andreas Perrot von einem "umfangreichen Auftrag". Die altersschwachen Magnethammerwerke, also jene Bauteile, die durch ihr Schlagen gegen den Glockenkörper den Ton erzeugen, bräuchten zum Beispiel neue Magnete. Auch die Steuerung der Glocken funktioniert nicht mehr, dazu müsse man neue Schaltpläne für die Elektrik erstellen. "Das ist halt ein Sonderbau, wir können hier nichts von der Stange nehmen", sagt Perrot. Viele verschiedene Arbeiten am Glockenspiel ergeben also die Summe von 42.000 Euro. "Wir nehmen viel Geld in die Hand, aber die Reparatur soll ja auch nachhaltig sein", sagt Bujara. Würden die Arbeiten jetzt einmal richtig durchgeführt, hätte auch die nächste Generation noch Freude am Glockenturm. Etwa die Hälfte des Betrages hat der Gewerbeverein nach eigenen Angaben bislang schon zusammengetragen. Besonders erfolgreich waren offenbar die beiden Edel-Flohmärkte auf dem Bauernmarkt im Oktober und auf dem Maimarkt. Durch den Verkauf von hochwertiger Kleidung und Einrichtungsgegenständen seien etwa 20000 Euro zusammen gekommen. Auch das Brunnenfest, das der Gewerbeverein noch in diesem Monat am Konrad-Adenauer-Platz veranstalten will (der TV berichtete), soll zur Finanzierung der Reparaturen beitragen. Der Erlös soll zu 100 Prozent an den Glockenturm gehen. Noch einmal 20.000 Euro muss der Gewerbeverein also zusammentragen - mit finanzieller Unterstützung von der Stadt rechnet er nicht unbedingt. "Wir wissen ja auch, wie es um deren Mittel steht", sagt Bujara. Grundsätzlich scheint man aufseiten der Stadt aber bereit, bei der Sanierung des Turmes mitzuhelfen. Unklar ist bislang nur, wie: "Inwiefern wir uns neben der organisatorischen und personellen Hilfe auch finanziell beteiligen können, muss noch entschieden werden", sagt Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt. So oder so, die Glocken des nicht mehr ganz so neuen Bitburger Wahrzeichens sollen bald wieder läuten. Welche Melodien sie dann spielen, steht noch nicht fest. Klar ist aber: "Der Turm soll läuten wie früher", sagt Krämer. Das hieße dann wohl einmal in der Stunde.