Grenzenloses Verstehen
Kultur und Natur: Dass das kein Widerspruch sein muss, versucht die Ausstellung "Schutz durch Nutzung" im Umwelt-Erlebnis-Zentrum in Körperich (Verbandsgemeinde Neuerburg) darzustellen. Sie ist Teil des Kulturhauptstadt-Projekts "Best of Nature".
Der Gaytalpark nimmt mit der Ausstellung „Schutz durch Nutzung“ an dem grenzüberschreitenden Projekt „Best of Nature“ teil. Christian Calonec-Rauchfuß, Bianca Hagen und Volker Teuschler (von links) sind für die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung, die heute eröffnet wird, verantwortlich. TV-Foto: Denise Juchem
Körperich. Noch wird fleißig gehämmert und geschraubt. Bodo, die Raupe und das Wahrzeichen des Gaytalparks, steht noch etwas verloren im Raum. Die Struktur der Ausstellung "Schutz durch Nutzung" im Umwelt-Erlebnis-Zentrum Gaytalpark ist aber bereits zu erkennen. Jeder Schritt spiegelt den wechselvollen Gang von der Natur- und Kulturlandschaft in der Großregion wider. Leinwände hängen etwa drei Meter über dem Boden.Eröffnung ist am heutigen Freitag
Doch noch ist darauf nichts zu sehen. Zur offiziellen Eröffnung am heutigen Freitag wird jedes Exponat seinen richtigen Platz gefunden haben. Und auf den sieben Leinwänden wird die Natur zum Sinnen-Erlebnis. "Es ist kein Widerspruch, wenn wir als Gaytalpark bei einem Projekt der Kulturhauptstadt mitmachen. Denn unsere Natur ist durch den Menschen zu einer Kulturlandschaft geworden", erklärt Bianca Hagen vom Gaytalpark. "Nur was ich kenne, kann ich lieben und somit auch schützen lernen", erklärt sie. Zwei Stationen der Ausstellung beschäftigen sich daher mit den Themen "sanfter Tourismus" und "Vermarktung regionaler Produkte".Filme als multimediale Untermalung der Ausstellung haben die Macher von "Schutz durch Nutzung" ganz bewusst gewählt. Sprachbarrieren wird es dabei nicht geben. "Hier erleben die Besucher beispielsweise nicht nur, wie der Wald aussieht, sondern auch wie er klingt", erklärt Volker Teuschler von der Werbeagentur Cube in Daleiden, der diese Ausstellung mit seinem Team multimedial umsetzt. Der Film als der rote Faden der Ausstellung. Eine Moorleiche als Attraktion
"Damit verfolgen wir natürlich ein Ziel. Wir wollen, dass die Leute Lust bekommen, rauszugehen und die Landschaft selbst zu erleben", betont Teuschler. Eine Attraktion der Ausstellung, die vermutlich auch ohne multimediale Reize auskommt, ist die Moorleiche. "Nein, es ist zwar nur die Nachbildung einer echten Moorleiche. Aber sie passt gut zu unserer Ausstellung", sagt Christian Calonec-Rauchfuß von der VG-Verwaltung Neuerburg.Als das Mainzer Naturkunde-Museum aus dem Projekt "Best of Nature" ausgestiegen war, kam die Anfrage aus Luxemburg: "Habt ihr nicht Lust, im Gaytalpark mitzumachen", erinnert sich Calonec-Rauchfuß. Und im Gaytalpark hatte man sogar sehr große Lust, an diesem grenzüberschreitenden Projekt teilzunehmen. Das war im Februar vergangenen Jahres. Von dem Moment an musste alles ganz schnell gehen. Eine Ausstellung musste konzipiert und Geldgeber gefunden werden. Die Kosten von rund 40 000 Euro übernehmen je zu einem Drittel die Allianz-Umweltstiftung, das Umweltministerium sowie private Sponsoren aus der Region.Mit Vorurteilen aufräumen
"Mit dieser Ausstellung können wir endlich mit dem Vorurteil aufräumen, im Gaytalpark gäbe es nie etwas Neues. Wir werden hiermit eine neue Ära einläuten", erklärt der Diplom-Geograf. Die Neuanschaffungen wie die Leinwände sollen den Gaytalpark auch in Zukunft für Ausstellungen und Tagungen attraktiv machen. Die Ausstellung "Kulturlandschaften 2007 - Schutz durch Nutzung" läuft bis Oktober. Bei großem Interesse kann sie verlängert werden. Info: Telefon 06566/96930 oder im Internet: www.gaytalpark.de, www.bestofnature2007.eu.