Größere Wehr nur bei mehr Verkehr

BITBURG. Ehe es keinen regelmäßigen Flugverkehr auf dem Flugplatz Bitburg gibt, wird es weiter nur eine kleine Flugplatz-Feuerwehr geben. So lange wird auch die Freiwillige Feuerwehr Bitburg zu Einsätzen auf die ehemalige Air-Base gerufen werden.

Mit welchen Gefahren die Fliegerei verbunden ist, wurde vor weniger als drei Wochen wieder klar. Am Freitag, 1. April, starb ein 66-Jähriger in den Trümmern seiner Kleinmaschine auf dem Flugplatz Bitburg. An der Unfallstelle maßgeblich im Einsatz war auch die Freiwillige Feuerwehr Bitburg. Und die wird vermutlich noch längere Zeit mit von der Partie sein, wenn kompetente Hilfe gefragt ist. Grund: So lange es keinen entsprechenden Flugverkehr gibt, wird die Betreibergesellschaft nur begrenzt eigene Feuerwehrkräfte vorhalten.Flugplatz muss sich Fahrzeuge ausleihen

"Wir haben ein eigenes Fahrzeug, das tagsüber auch besetzt ist", sagt Flugplatz-Geschäftsführer Helmut Berscheid. Mitarbeiter des auf dem Gelände der ehemaligen Air-Base angesiedelten Feuerwehr-Fahrzeugausrüsters Harz stünden bereit, im Notfall zu helfen. "Die Vorsorge reicht bei dem derzeitigen Betrieb", sagt Berscheid. Anders sieht die Sache aus, wenn größere Maschinen in Bitburg landen wollen, was von Zeit zu Zeit vorkommt. "Dann stehen drei Einsatzfahrzeuge bereit. Unser eigenes und zwei der Freiwilligen Feuerwehr", sagt der Geschäftsführer. Dass dies auf Dauer nicht besonders praktikabel ist, wissen auch die Flugplatzbetreiber. Schließlich haben die Ehrenamtlichen der Wehr nicht ständig Zeit und können nicht dauernd Gewehr bei Fuß stehen, wenn eine Iljuschin oder eine Antonov in Bitburg landen will. Deshalb denkt man auf dem Flugplatz darüber nach, ein größeres Feuerwehr-Fahrzeug zu beschaffen, wenn es mehr Flugverkehr gibt. "Dann müssen wir auf die eigenen Beine kommen", sagt Helmut Berscheid. Trotzdem: Ohne die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg wird man auch in der nächsten Zukunft nicht auskommen. Deshalb ist man bei der Flugplatz GmbH nach den Worten von Helmut Berscheid auch dazu bereit, Bitburger Feuerwehrmänner für den Einsatz auf dem Flugplatz schulen zu lassen und dies auch zu finanzieren. Außerdem liegen nach Aussage des Geschäftsführers die entsprechenden Sicherheitskonzepte für den Fall eines stärkeren Flugbetriebs bereits vor. Bei der Stadt als Trägerin der Freiwilligen Feuerwehr sieht man derzeit keinen Handlungsbedarf. "Einsätze auf dem Flugplatz sind für uns genauso wie Einsätze im übrigen Stadtgebiet", sagt Pressesprecher Werner Krämer. Ob Auto-Karambolage oder Flugzeugabsturz. Die Kosten für einen Einsatz übernimmt normalerweise die Versicherung des Verursachers. Spangdahlemer Wehr müsste aushelfen

Werden auch von offizieller Seite auch keine Probleme gemeldet, so zweifeln einige Bitburger Wehrmänner daran, ob sie stets gerüstet sind für Unfälle mit Flugzeugen. Eine spezielle Ausrüstung gerade für Brände durch große Mengen Kraftstoff ist nur eingeschränkt vorhanden. Gerade mal ein Fahrzeug verfügt über eine Löschkanone, die entsprechende Schaummengen verarbeiten kann. Würde eine größere Maschine in Bitburg in Flammen stehen, könnte wohl nur die Berufsfeuerwehr vom nahen Air-Force-Stützpunkt Spangdahlem helfen. Wie leistungsfähig diese Wehr ist, hat sie beispielsweise beim Brand des Toom-Baumarkts in Bitburg bewiesen. Über die Spangdahlemer kann aufgrund eigener Aufgaben jedoch nicht einfach so verfügt werden.