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Große Chance für die Region

Große Chance für die Region

Als Ort der Natur, der Ruhe und der Nachdenklichkeit hat der Belgier Victor Neels - einstiger Kommandant des Camps Vogelsang - den Ort bezeichnet, der jetzt vor neuen Herausforderungen steht. Vogelsang ist auf dem Weg zur Bildungs- und Kulturinstitution. Im Mai geht es weiter mit dem Umbau.

Vogelsang. "Vogelsang ist ein Ort geworden, der die Versöhnung dokumentiert", sagte Victor Neels. Der Belgier, der im Zweiten Weltkrieg im Widerstand kämpfte und Freunde im KZ verlor, war zehn Jahre lang Kommandant des ehemaligen Camps Vogelsang. Durch menschliche Kontakte sei der Hass verschwunden. Der Pressesprecher von Vogelsang - Björn Troll-, hatte Neels und weitere Teilnehmer zur Konversionskonferenz nach Vogelsang eingeladen.
Hauptstadt des Nationalparks


Denn vor zehn Jahren begann offiziell die Konversion. 2001 hatten die Belgier angekündigt, dass sie Camp Vogelsang 2005 verlassen würden. Am 17. April vor zehn Jahren luden das Land und die Oberfinanzdirektion Köln deshalb zu einer Fachtagung an die historische Stätte. Etwa 100 Mandatsträger, Vertreter der Behörden, der Kirchen, Verbände und Organisationen hatten nach Lösungsansätzen gesucht. Eine Lenkungsgruppe brachte ein europaweites Verfahren für eine Machbarkeitsstudie und ein Nutzungskonzept auf die Schiene. Bund, Land und Region versprachen, sich finanziell zu beteiligen. Albert Moritz, an der Machbarkeitsstudie beteiligt und heute Geschäftsführer der "Vogelsang ip gemeinnützige GmbH" ist zufrieden mit der Entwicklung. Rund 200 000 Besucher würden jährlich gezählt. Er geht davon aus, dass sich die Zahl in zehn bis 15 Jahren verdoppelt haben werde. Udo Meister, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Schleiden, sprach von einer "absoluten Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten". Vogelsang und der Nationalpark gäben Schleiden und seinen Ortsteilen, besonders dem Kneippkurort Gemünd, die Chance zur neuen Blüte.
Hans Jürgen Wichardt, damals Leiter der Oberfinanzdirektion Köln, erinnerte an zahlreiche Ideen für die Nutzung der Anlage. Einige wollten Vogelsang der Natur überlassen, andere dem Erdboden gleichmachen. Man habe den richtigen Weg gefunden.
Der Bund stecke viel Geld in die Unterhaltung. Aber nur so sei es möglich, künftig weitere Privatinvestoren zu gewinnen, sagte Thomas Wondra von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Man sei sich damals schnell einig gewesen, neben der zivilen Nutzung Vogelsangs den Nationalpark Eifel ins Leben zu rufen.
Das Verhältnis der Schleidener zum belgischen Truppenübungsplatz sei nicht unproblematisch gewesen, erinnerte Christoph Lorbach, damals Bürgermeister der Stadt Schleiden. Die Arbeitsgemeinschaft "Ziviles Vogelsang" habe darauf gedrängt, die militärische Nutzung zu beenden.
"Ich bin zufrieden mit der Entwicklung", sagte Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang (SEV). "Das Projekt ist solide finanziert und die Region steht zu ihrem Anteil."
Privates Engagement habe sich gezeigt durch die Aktivität des Schwimmvereins und das DRK, das eine Übernachtungseinrichtung und ein Museum geschaffen habe. Er habe der ersten Auftragsvergabe für die weiteren Arbeiten zustimmen können, und im Mai würden die ersten Bagger rollen für die Umgestaltung Vogelsangs. red