Große Hoffnung Instrumentenflug

Große Hoffnung Instrumentenflug

BITBURG. Instrumentenflugbetrieb und Wegfall der Tonnagebegrenzung sind wesentliche Bestandteile des Genehmigungsantrags, den die Flugplatz Bitburg GmbH eingereicht hat. Bis Anfang Februar ist nun die Meinung von Bürgern, Kommunen und Behörden gefragt.

Sie gilt als die wichtigste Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Flugbetrieb auf dem Flugplatz Bitburg: Die Änderungsgenehmigung für den Instrumentenflugbetrieb in Bitburg mit gleichzeitigem Wegfall der Tonnagebegrenzung für abfliegende Flugzeuge. Bis Donnerstag, 2. Februar, haben Bürger, Kommunen oder Behörden Zeit, ihre Anregungen und ihre Kritik an den Plänen zu äußern. Dabei werden allein rund 50 Kommunen in den Landkreisen Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich befragt. Viele Probleme bei erster Genehmigung geklärt

Die Antragsunterlagen füllen zwei Ordner und sollen darlegen, welche Auswirkungen die angestrebte Nutzung der ehemaligen Air-Base für Mensch und Natur haben wird. "Wir sind zuversichtlich, dass es keine größeren Probleme geben wird", sagt Helmut Berscheid, Geschäftsführer der Flugplatz Bitburg GmbH. Sein Optimismus rührt daher, dass wesentliche Bestandteile der Genehmigung bereits in Gerichtsverfahren begutachtet wurden und juristischer Prüfung standgehalten hatten. Rund 180 000 Euro hat das Erarbeiten der Antragsunterlagen gekostet. Sie enthalten Aussagen darüber, wie sich der Flugplatz weiterentwickeln kann, wenn der Platz ohne Einzelstartgenehmigungen für größere Maschinen ab 20 Tonnen Abfluggewicht und im Instrumentenbetrieb angeflogen werden kann. Können aus dem ersten Genehmigungsverfahren auch viele Erkenntnisse übernommen werden, so gibt es gerade bei den Prognosen zum erwarteten Flugbetrieb neue, abweichende Ergebnisse. Jährlich 40 000 Flugbewegungen am Tag und 8000 in der Nacht (22 bis 6 Uhr) waren im Jahr 1996 prognostiziert worden. Zehn Jahre später gehen die Gutachter davon aus, dass nach einer Genehmigung im schlechtesten Fall im Jahr 2020 19 600 Flugbewegungen am Tag und 110 in der Nacht registriert werden - insgesamt also 19 710. Entwickelt sich der Flugplatz positiv, soll es 35 444 Flugbewegungen täglich geben - 34 264 am Tag und 180 in der Nacht. "Wir wollten realistische Zahlen", sagt Berscheid, der darauf verweist, dass im vergangenen Jahr 14 600 Flugbewegungen verzeichnet wurden. Das Positivszenario beinhaltet nicht nur Fliegerei mit Privatmaschinen. Auch Großmaschinen vom Typ Boing 747, Airbus 300 oder Antonov 124 würden dann in Bitburg landen. Auch 3000 Flüge mit Hubschraubern sind in dieses Szenario eingerechnet. Dabei wird davon ausgegangen, dass die auf dem Flugplatz beheimatete Firma Helion mit ihrem Geschäftsbetrieb in die Gänge kommt. Ehe jedoch die großen Jets in Bitburg den Reiz des Besonderen verloren haben werden, muss noch Zeit und Geld in die Infrastruktur des Platzes investiert werden. Neben Arbeiten an den Überrollflächen sind Rodungen an den beiden Kopfenden des Platzes wohl das augenfälligste Zeichen dafür, dass die Zeit des Instrumentenflugs angebrochen ist. Ein kleines Stück des Röhler Walds sowie mehr als acht Hektar im Bereich dies- und jenseits der B 51 müssten der vorgeschriebenen Hindernisfreiheit weichen. Außerdem würden Bäume in diesem Bereich gestutzt, wenn die Genehmigung käme.Klageweg steht Gegnern offen

Derzeit noch nicht sagen kann Berscheid, wann die auf dem Flugplatz Hahn beheimatete Abteilung des Landesbetriebs Straßen und Verkehr die Genehmigung erteilt. "Das hängt unter anderem davon ab, welche und wie viele Einsprüche es gegen unsere Pläne gibt", sagt Helmut Berscheid. Und selbst dann, wenn das O.K. vom Hahn da ist, muss es noch nicht losgehen mit dem Flugbetrieb. Schließlich kann gegen die Genehmigung geklagt werden. Und damit haben die Beteiligten in Bitburg Erfahrungen satt.

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