Großvorhaben: Die Salvator-Basilika wird in diesen Tagen ausgeräumt. Danach beginnen die Arbeiten an der Innensanierung der Prümer Kirche.

Kirche : Aus dem Gotteshaus fliegt alles raus

Das nächste Großvorhaben: Die Basilika wird in diesen Tagen leergeräumt. Danach beginnen die Arbeiten an der Innensanierung der Prümer Kirche – für ein Jahr und 1,5 Millionen Euro.

„Erst mal müssen die Bänke raus, das ist das Wichtigste“, sagt Wilhelm Husch, der Vorsitzende des Prümer Pfarrverwaltungsrats. Seit Montag haben Husch und weitere Helfer aus der Pfarrei bereits ordentlich Platz geschaffen: In der Kirchenmitte ist eine große, freie Fläche entstanden. Bald, voraussichtlich in knapp zwei Wochen, wird dann die Trierer Firma Trappen dort das Gerüst aufstellen.

Es geht also los: Der Hahnplatz-Umbau ist noch nicht abgeschlossen, da beginnen in der Abteistadt bereits die Vorbereitungen für das nächste große Prümer Ding – die Innensanierung der Basilika. 1,5 Millionen Euro soll sie nach aktueller Kalkulation kosten, sagt Klaus Peters, der Vorsitzende des Fördervereins.

Und sie ist notwendig: An vielen Bauteilen des Prümer Wahrzeichens, gut sichtbar etwa an den Säulen, klaffen Risse, platzt der Putz oder haben sich andere Schäden gebildet. Außerdem sollen die Heizung erneuert, der gesamte Innenraum gestrichen, die Beleuchtung getauscht und Fenster saniert werden, alles nach Plänen des Bernkasteler Architekten Peter Berdi (der TV berichtete).

Die Bänke in den beiden Seitenschiffen kommen übrigens nach der Sanierung nicht mehr zurück, sondern können, so hofft Wilhelm Husch, verkauft werden: „Da kommt dann eine freie Bestuhlung hin.“ Und mit den Stühlen – weil beweglich – habe man in der Kirche dann auch mehr Möglichkeiten, wenn es um Konzerte und andere Veranstaltungen gehe. Der Holzboden in den Seitenschiffen kommt ebenfalls weg – und wird durch eine Marmorfläche ersetzt, wie sie bereits das Mittelschiff aufweist.

Gegrummelt wurde in der Stadt übrigens wegen der beiden Kommunionbänke: Die historischen Stücke, so hieß es, sollten ganz verschwinden, um freien Raum vor dem Altar zu gewinnen. Jetzt aber dürfen sie bleiben – werden allerdings restauriert und mit Schwerlastrollen versehen, damit man sie, wenn etwa bei Konzerten nötig, zur Seite räumen kann.

Der mächtige Hochaltar bleibt übrigens während der Arbeiten im Gebäude. „Nächste Woche wird er eingerüstet“, sagt Husch. „Da kommt dann auch ein Historiker, der alles überwacht.“

Viel Arbeit, viel Geld: Die Pfarrgemeinde muss von den Kosten rund ein Drittel, nämlich 550 000 Euro, tragen. Und die Schäfchen müssen anpacken: Seit Montag ist man deshalb dabei, alles wegzuschaffen, was die Arbeit behindern kann und zudem dem Aufbau des Gerüsts im Weg steht. Darunter die Kirchenbänke und weiteres Interieur.

Zehn Mann, sagt Wilhelm Husch, standen zum Wochenbeginn bereit, um anzupacken. Inklusive, selbstverständlich, Monika Rolef, Basilikaführerin und unermüdliche Spendensammlerin.

Noch etwas ist Husch und den anderen Verantwortlichen wichtig: Auch während des Umbaus werde man die Drei-Ärzte-Kapelle, direkt neben dem Basilika-Eingang, offen halten (siehe Info). „Die bleibt zugänglich und soll auch Begegnungsraum sein.“

Und weil für die Dauer der Umbauten nicht, wie sonst an jedem dritten Sonntag, die Kollekte zugunsten der Kirchensanierung vorgenommen werden kann, stehen dann in der Kapelle auch die Stelen, in die man seine Spende entrichten kann.

Geregelt ist inzwischen die Frage, wohin die Prümer mit ihren Gottesdiensten ausweichen können: Sie werden wechselweise gefeiert in der Kirche von Rommersheim und bei den Vinzentinern in Niederprüm. Kommenden Sonntag, 14. Januar, ist das Hochamt um 10.30 Uhr in der Kirche von Rommersheim, am Samstag darauf, am 20. Januar, ist um 19 Uhr Vorabendmesse in Niederprüm.

In der evangelischen Kirche in der Hillstraße werden außerdem Wortgottesdienste (einmal im Monat), Totengebete und Rosenkränze gehalten. Die Termine erfährt man im Pfarramt unter Telefon 06551/147460.

Freie Fläche: Fast alle Bänke sind schon raus. Foto: TV/Fritz-Peter Linden
Die letzten Bänke rollen raus (von links): Die Helfer Wilhelm Husch, Franz-Josef Keilen, Robert Kinnen und Matthias Kockelmann in der nahezu leergefegten Basilika. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Falls alles hinhaut, könnten die Prümer dann in etwas mehr als einem Jahr wieder in die Kirche zurückkehren: „Zum Eröffnungskonzert an Ostern 2019“, sagt Wilhelm Husch.