Grüner Daumen spät entdeckt

Grüner Daumen spät entdeckt

Für Patrick Bruns brach zwar gerade eben erst das zweite Lehrjahr zum Landschaftsgärtner an, trotzdem ist er quasi ein alter Hase. Er siegte nicht nur beim Landeswettbewerb seines Verbands, er punktete auch schon auf Bundesebene.

Üttfeld/Fleringen Tief hängen die Wolken über der Abteistadt. Nicht gerade das angenehmste Wetter, um an der frischen Luft zu arbeiten, Patrick Bruns (24) lässt sich allerdings auch vom dichten Nieselregen nicht aus dem Konzept bringen. Eisenstange um Eisenstange treibt er im Eingangsbereich eines Prümer Wohnhauses in den Boden. Obwohl eben erst für Bruns das zweite Lehrjahr angebrochen ist, liegt die Neugestaltung des Eingangs in versierten Händen. Im Juni konnte Bruns den Landesgärtnercup Rheinland-Pfalz/Saarland für sich entscheiden und belegte beim bundesweiten Wettbewerb auf der Internationalen Gartenausstellung in Berlin den achten Platz.
"Ein bisschen ist man schon enttäuscht, aber die Konkurrenz war hart und wir haben ja als Team schon viel erreicht", sagt Bruns. Zwei Tage hatte er mit seinem Kollegen Dominik Kuhn (Hövels, Landkreis Altenkirchen) Zeit, um ein vier mal vier Meter großes Feld mit Natursteinen zu pflastern, einen Teich zu bauen, eine Pergola zu errichten und nach eigenem Geschmack Pflanzen zu setzen.

Sein Chef Jens Leufgen, Landschaftsgärtnermeister aus Üttfeld, hatte auf einen höheren Platz gehofft, ist aber mehr als zufrieden mit der Leistung seines Auszubildenden. "Man muss bedenken, dass der Bundeswettbewerb nach Altersklassen eingeteilt wird. Die Konkurrenz war also vielleicht so alt wie Patrick, aber meist in viel höheren Lehrjahren. Wir können sicher stolz sein", lobt Leufgen, zumal sein Betrieb erstmals Teilnehmer zum Verbandswettbewerb geschickt hat. "Das ist nicht gerade selbstverständlich. Zusammengenommen fiel Patrick für knapp zwei Wochen bei uns aus. Anderthalb Wochen nahm er an einer Fortbildung des Verbandes teil, dem liegt ja auch etwas am guten Abschneiden, dann folgte die Reise nach Berlin", sagt Leufgen. Für Auszubildende sei die Wettbewerbsteilnahme eine sehr gute und auch einmalige Erfahrung: "Gerade wenn man so früh mitmacht. Im Herbst stehen die praktischen Zwischenprüfungen an, eine bessere Vorbereitung gibt es sicherlich nicht", sagt er.

Gelassen geht der 24-jährige Fleringer an die Arbeit und den Wettbewerb. "Die meisten Mitstreiter waren schon sehr aufgeregt. Bei mir ist das weniger der Fall. Ich bleibe eigentlich gelassen, konzentriere mich auf meine Arbeit und ziehe mein Ding durch", sagt er. Zur Landschaftsgärtnerei sei er übrigens zufällig gekommen. Ich probierte mich erst in anderen Bereichen, war als Vertreter unterwegs, machte mein wirtschaftliches Fachabitur in Kall und arbeitete auch als Schaffner."

Die Selbstständigkeit sei aber zum damaligen Zeitpunkt nicht sein Ding gewesen und er suchte neue Herausforderungen. Über eine Bekannte sei er auf seinen jetzigen Ausbildungsbetrieb gestoßen. "Ich machte ein Praktikum und war gleich begeistert. "Besonders schön ist, dass es in diesem Beruf keine Zeit für Langeweile gibt. Man sieht jeden Tag etwas anderes und die Arbeit macht Spaß."
Die Abwechslung mache die Freude aus: "Nur im Büro zu sitzen ist nichts für mich. Ich muss etwas zu tun haben, sonst ist es schrecklich für mich." Vorstellungen für seine Zukunft habe er übrigens auch: "Erst mal kommt der Ausbildungsabschluss.

Dann träume ich davon, nach Japan zu gehen, um dort die Gartenkultur zu studieren, um dann in Deutschland den Meister in Angriff zu nehmen."
Weitere Informationen über den Beruf des Landschaftsgärtners auf der Internetseite des Verbands:
www.galabau-rps.deExtra: VON PFLANZEN BIS ZUR ANLAGE VON GOLFPLÄTZEN


Der Garten- und Landschaftsbau ist eine Fachrichtung des Gärtnerberufs. Die Einsatzfelder von Landschaftsgärtnern sind vielfältig. Nur eins ist die Planung von Gärten. Seine Projekte können sich sowohl mit öffentlichen Plätzen, Park- und Grünanlagen befassen als auch mit Haus- oder Kleingärten. Außerdem kümmert er sich um die Anlage von Rasen- und Parkanlagen, das Pflanzen und Schneiden von Hecken oder Treppen- und Teichbau. Dann pflastert er noch mit Naturstein oder Betonmaterialien, legt Beete an, begrünt Dächer oder kümmert sich um den Golfplatzbau. Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner dauert übrigens drei Jahre.

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