Grüner Strom für den Eifelkreis
Bitburg-Prüm · Der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland steht fest, aber woher soll der Strom in Zukunft kommen? 14 Anlagen aus dem Eifelkreis wurden gestern im Rahmen des Eifel-Energie-Tags vorgestellt. Unter anderem zeigten die Betreiber, wie regenerative Energie erzeugt wird.
Bitburg-Prüm. Regenerative Energien lösen die Atomenergie nach und nach ab. Der Eifelkreis ist in der Region Vorreiter, was den grünen Strom angeht: 82 Prozent kommen aus regenerativen Energiequellen. Der gestrige Eifel-Energie-Tag gab Interessierten die Möglichkeit, sich über die Zukunftsenergieträger zu informieren und sie genauer unter die Lupe zu nehmen.
14 Anlagen öffneten dafür im Eifelkreis am Sonntag ihre Türen. Mit dabei war unter anderem das Solarkraftwerk der Stadtwerke Trier (SWT) in Bitburg-Irsch. Seit Juni 2010 stehen hier 73 000 Photovoltaik-Module auf einer Fläche von 14 Hektar.
Ein Meer von den Modulen
Die Besucher wurden durch das Meer von den Modulen geführt. Augusto Oliveira betreute zusammen mit Ronny Neumann und Vincent Bauer, seinen Kollegen vom SWT, die Besucher. "Die Freiflächen werden seit 2011 nicht mehr gefördert", sagte er. 3640 Tonnen Kohlendioxid werden durch die 5,8 Millionen Kilowatt starke Anlage gespart. Der Strom wird ans RWE weitergeleitet.
Eine weitere Station des Eifel-Energie-Tags war die Photovoltaikanlage des Berufsbildungszentrums Bitburg (bebiz). Hier kommt seit 2008 Energie vom Flachdach: Auf dem 17 000 Quadratmeter großen Dach sind auf 550 Quadratmetern Photovoltaikmodule integriert.
Von den 25 Kilowatt, die erzeugt werden, kann das bebiz ein Drittel seines Energiebedarfs decken. Der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Garantie für eine solche Anlage beträgt 30 Jahre. Die Anlage minimiert die Kohlendioxid-Emission um 400 000 Tonnen.
Viele Besucher interessierten sich auch für die Biogasanlage auf dem Gut Altenhof in Bettingen. Dort werden feste Pflanzenbestandteile wie Mais und Gras vergoren. Pro Stunde werden hier 365 Kilowatt elektrisch und 450 Kilowatt thermisch, also für heißes Wasser, erzeugt. Wer schwindelfrei war, durfte mit einer Taschenlampe ausgerüstet den Fermenter hochklettern. Dort werden vergorene Pflanzenreste mit neuen Resten gemischt. 80 Prozent der erzeugten Energie werden vom RWE eingespeist, mit 20 Prozent werden der Hof und ein Nachbarhaus beheizt.