1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Grünes Land wächst weiter zusammen

Grünes Land wächst weiter zusammen

ST. VITH. Das grenzüberschreitende Projekt "Grünes Land Eifel-Ardennen" wird fortgesetzt. Darauf einigten sich Vertreter der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Wallonischen Region und des Landes Rheinland Pfalz. In Zukunft soll einmal jährlich ein Grünlandtag ausgerichtet werden.

"Ist das wirklich schon fünf Jahre her, dass wir uns zusammentaten?" fragten sich die Verantwortlichen von GLEA - der Koordinationsstelle "Grünes Land Eifel Ardennen". Ja, es waren wirklich schon fünf Jahre vergangen. Am 26. Oktober 2001 wuchs zusammen, was zusammen gehört. So sieht das nicht nur Johann Mücken, Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Eifel (DLR). So sehen das auch die anderen Projektträger. Das sind auch in Zukunft die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens (DG), die Wallonische Region (WAL) und das Land Rheinland Pfalz (RLP). Auf der Suche nach ertragreichen Gräsern

Pierre Luxen, Direktor der Koordinationsstelle GLEA bescheinigt ihr eine "wichtige Rolle beim Informationstransfer zwischen den Ländern. Die GLEA habe zum Ziel, die Grünlandwirtschaft in den Betrieben der Region ohne Rücksicht auf regionale Grenzen zu fördern und ganz speziell die Suche nach ertragreichen Gräsern mit hoher Futterleistung zu forcieren. "Informationen grenzüberschreitend sammeln, sich vergleichen und Anwendungsmöglichkeiten vorschlagen, das sind die Ziele dieser Koordinationsstelle", erklärt Luxen. Außerdem berät die GLEA Betreiber von Biogas-Anlagen und Behörden im Bereich der Gesetzgebung, organisiert Infoveranstaltungen und Tagungen, entwickelt Studien zu Energiebilanzen, publiziert Fachinformationen für Landwirte, Schüler und Studenten, hält Vorträge und organisiert Betriebsbesichtigungen. "Eine Region mit gleich gelagerten landwirtschaftlichen Betrieben und vergleichbaren natürlichen Produktionsbedingungen wächst zusammen", ergänzt Mücken. Leo Kreins, Vize-Ministerpräsident der DR sagte, es sei eine vernünftige Idee gewesen, 2001 die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Forschung und Ausbildung im Grünlandbereich zu fördern. Benoit Lutgen, Landwirtschafts-Minister der Wallonischen Region, sagte, dass die Zusammenarbeit zwischen Wallonie, DR und Rheinland-Pfalz, ein sehr schönes Beispiel für einen konkreten Aufbau Europas sei. Das Wort Interreg vor vier Wochen erstmals gehört

20 Jahre arbeitete er in China, nun kümmert sich der neue Staatssekretär Siegfried Englert im Ministerium um Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz. "Das Wort Interreg habe ich vor vier Wochen zum ersten Mal gehört", gesteht er schmunzelnd, freue sich aber umso mehr, dass der offizielle Abschluss dieses Förderprogramms der EU nicht das Ende der grenzenlosen Zusammenarbeit im grünen Herzen der EU bedeute. Dem Projekt "Grünes Land Eifel-Ardennen" stand anfangs ein Jahresetat von 338 000 Mark zur Verfügung. 135 000 Mark gab Rheinland-Pfalz, je 17 000 Mark die Wallonische Region und die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien und 169 000 Mark kamen von der Europäischen Union. Hinzu sollte ein Beitrag von Luxemburg kommen, die sich aber im Nachhinein nicht an GLEA beteiligt haben. Drei neue Arbeitsplätze wurden geschaffen mit der Aussicht auf mehr. GLEA sollte sogar später die Keimzelle eines großen Grünland-Instituts sein, hoffte man damals. Mittlerweile sind die Zukunftspläne etwas bescheidener geworden. Der Etat beträgt ohne die EU-Mittel rund 60 000 Euro. 1,25 Mitarbeiterstellen sind geblieben. In Zukunft möchte sich die GLEA verstärkt mit dem Grünland, insbesondere um die Sortenempfehlung kümmern. Geplant ist auch, einen Grünlandtag, jeweils wechselnd zwischen den Regionen, auszurichten.