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Grünröcke gegen Rot-Grüne Regierung

Bitburg. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat mit Gerd Grebener einen neuen Kreisjagdmeister. Die Wahl ging der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands der Jäger voraus. In dieser wurde über aktuelle Themen wie die Verkürzung der Schonzeiten für das Wild gesprochen. Nora John

Bitburg. Wenn sich Jäger treffen, ist die vorherrschende Kleiderfarbe grün, und es gibt eine Menge Jagdtrophäen zu sehen. Dass Grün aber nicht gleich Grün ist, wurde in mehreren Redebeiträgen sehr deutlich. Denn mit den Beschlüssen der Rot-Grünen Landesregierung in Mainz sind die Jäger gar nicht einverstanden.
Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes, Kurt Alexander Michael, kritisierte die vom Land geforderte Verkürzung der Schonzeiten beispielsweise für Rot- und Rehwild. Dieses Wild sei im Winter extrem ruhebedürftig. Das Wild dürfe nicht zu einem Schädling degradiert werden. Das gleich gelte auch für das Schwarzwild. Auch hier seien Schonzeiten wichtig, um die für die sozialen Strukturen so wichtigen Bachen zu schützen.
Jäger unterschreiben Petition


Der Kreisvorsitzende rief alle Jäger dazu auf, die auf den Tischen ausliegenden Petitionen mit der Überschrift "Pro Wild in Rheinland-Pfalz" zu unterschreiben und damit gegen die Pläne der Landesregierung zu protestieren.
Unverständnis zeigte der Vorsitzende auch bei dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Danach können Waldbesitzer aus Gewissensgründen verbieten, dass in ihrem Waldstück gejagt wird. Michael sagte, man müsse den Tierschutz über den Egoismus des einzelnen stellen. Es müsse möglich sein, Tiere auch über Grundstückgrenzen hinweg suchen zu können, wenn diese bereits verletzt seien.
Ein weiterer Punkt sei der von den Grünen geforderte Verzicht auf bleihaltige Munition. Bisher sehe er noch keine Vorteile einer anderen Munition. "Blei tötet am besten."
Gerd Grebener, der neue Kreisjagdmeister und bisherige Geschäftsführer des Kreisjagdverbandes, gab einen Überblick über die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres.
Er appellierte an die Jäger, am Hegeringschießen teilzunehmen. "Nur ein Jäger, der gut schießen kann, ist auch ein guter Jäger." Außerdem mahnte er, gewissenhafter bei der Trichinenuntersuchungen des Fleisches zu sein. Bei der Ausbildung der Jäger habe es mit einer Durchschnittsnote von 1,5 erfreuliche Ergebnisse gegeben.
Der bisherige kommissarische Kreisjagdmeister Johannes Billen, der aus gesundheitlichen Gründen das Amt aufgegeben hat, gab einen kurzen Rückblick auf seine bisherige Tätigkeit und bedankte sich bei seinen Jagdgenossen für die gute Zusammenarbeit.
4258 Rehe abgeschossen


Auch die Abschusszahlen aus dem Jahr 2012 erfuhren die Jäger: 841 Stück Rotwild, 4258 Stück Rehwild und 3144 Stück Schwarzwild wurden geschossen. Im Eifelkreis sind rund 1020 Mitglieder im Verband organisiert. Das sind rund 95 Prozent.
Extra

Folgende Mitglieder wurden geehrt: Landesjagdverband Silber: Klaus Roden (Prüm), Berthold Ixfeld (Oberweis), Verdienstnadel: Erich Heck (Olzheim), Bläser Bronze: Thomas Leisen (Etteldorf), Hubert Müller (Neidenbach), Peter Prellinger (Bitburg), Klaus Thome (Wawern), Bläser Gold: Ursula Hildenbrand (Neuheilenbach), Bläser Großgold: Ewald Dingels (Nimshuscheid), Großgold: Volker Teepen (Zendscheid), Elmar Tranzen (Steinborn), 70-jährige Mitgliedschaft: Udo van Meeteren (Düsseldorf), 60-jährige Mitgliedschaft: Franz-Josef Behme (Plütscheid), Guido Schürholz (Mettmann), 50-jährige Mitgliedschaft: Martin Reimer (Kerpen), Heinz Thommes (Arzfeld-Halenbach), 40-jährige Mitgliedschaft: Karl-Heinz Barth (Kyllburg), Friedrich Güttler (Düsseldorf), Alois Roppes (Neuerburg), Robert Weber (Messerich), Leo Wirtz (Lambertsberg), 25-jährige Mitgliedschaft: Rolf Detmer (Köln), Thomas Ehleringer (Seiwerath), Manfred Heinen (Alsdorf), Helmut Leick (Lichtenborn), Manfred Meier (Ernzen), Manfred Rodens (Alsdorf), Werner von Schichau (Bitburg), Herbert Schmitz (Gondenbrett), Edgar Stock (Karl), Wolfgang Stracke (Dormagen), Klaus-Walter Striemitzer (Rittersdorf). nojExtra

Gerd Grebener ist Diplom-Agraringenieur und arbeitet für eine große landwirtschaftliche Genossenschaft. Er kommt aus Fließem, ist 49 Jahre alt und verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist seit 15 Jahren Jäger. Der Kreisjagdmeister ist nach dem Landesjagdgesetz - LJG - Rheinland-Pfalz als Berater der Unteren Jagdbehörde in allen mit Jagd in Zusammenhang stehenden Fragen zu hören. Der Kreisjagdmeister und sein Stellvertreter werden auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Zu Grebeners Stellvertreter wurde Karl-Heinz Neumann aus Bitburg gewählt. noj