Grüße von der anderen Seite des Zauns: Übung mit Sirenen auf dem Flugplatz Spangdahlem

Auf der Base wird wieder geübt, die Anwohner ärgert das : Grüße von der anderen Seite des Zauns: Übung mit Sirenen auf dem Flugplatz Spangdahlem

Am Montag beginnt eine Übung auf der Air Base Spangdahlem. Dabei kommen auf dem Stützpunkt wieder Sirenen und Lautsprecher zum Einsatz. Bereits im April brachte ein solches Training die Anwohner um den Schlaf.

Ein langgezogenes Heulen schallt durch die Eifel. Ein Alarm, wie mancher ihn aus Kriegsfilmen kennt – kurz bevor eine Bombe einschlägt. Plötzlich ist dann wirklich ein Knall zu hören. Autos fahren hektisch auf dem Gelände hin- und her. Doch dann Entwarnung. „Exercise, exercise“, dringt es aus den Lautsprechern. Das ganze war nur eine Übung.

So beschrieben Anwohner der Air Base Spangdahlem die Geräuschkulisse, die sich ihnen Mitte April diesen Jahres bot (der TV berichtete). Manche Bürger aus Binsfeld oder Herforst erzählten, sie seien nachts von den Signalen, den Durchsagen und Explosionen auf dem US-Stützpunkt aus dem Schlaf gerissen worden.

Ab Montag, 7. Oktober, das teilt die Pressestelle des Flugplatzes mit, werden nun wieder die Sirenen heulen. Und verstummen werden sie wohl erst am Samstag. Es sei, so heißt es vom Stützpunkt, auch mit verstärktem Flugbetrieb, Lautsprecherdurchsagen und Detonationen zu rechnen.

„Für die Anwohner ist das eine Belastung“, sagt Sigrid Heinemann, Ortsbürgermeisterin von Herforst: „Besonders ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern, die den Tag über zuhause sind, kann das verrückt machen.“ Während solcher Übungen sei es nicht mal möglich in den Garten zu gehen, zu telefonieren oder überhaupt mal das Fenster zu öffnen, sagt die Dorfchefin.

Auch Werner Pitsch, Erster Beigeordneter von Binsfeld, räumt ein: „Die Leute, die direkt am Air-Base- Zaun wohne, stört der Lärm bestimmt.“ Ganz so belastend wie Heinemann findet er die Übungen allerdings nicht: „Ich mache das mit dem Flugplatz seit 65 Jahren mit. Früher war es deutlich schlimmer mit dem Krach.“

Ein halbes Jahr ist seit der letzten Übung dieser Art vergangen. Wie angekündigt, werden die Truppen das spezielle Training alle sechs Monate abhalten. Der nächste Termin wäre somit im April 2020.

Was die Soldaten genau während der nächsten Tage einproben, ist ein militärisches Geheimnis.  In der Ankündigung heißt es nur: „Diese Art von Übung ist dazu ausgelegt und notwendig, die Einsatzbereitschaft des 52. Jagdgeschwaders zu gewährleisten, so dass Militärangehörige bei Abruf jederzeit und überall für den Einsatz vorbereitet sind.“ Die Szenarien variierten dabei.

Der Flugplatz wird „unter erhöhten Sicherheitsstufen operieren“. Es könne also sein, dass Zufahrtstore geschlossen werden und es dadurch zu Wartezeiten und Staus bei der Ein- und Ausfahrt kommt.

Weitere Informationen kann die Presseabteilung der Airbase Spangdahlem unter Telefon 06565/61-6012 bieten.

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