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Grundschule Daleiden: Was wird aus dem belasteten Obergeschoss?

Dorfentwicklung : Erste Etage, schwierige Lage

Die Verbandsgemeinde Arzfeld will das Gebäude der ehemaligen Hauptschule künftig wieder komplett nutzen. Problem ist das belastete Obergeschoss. Was daraus nach einer Sanierung werden könnte, findet noch keine ungeteilte Zustimmung.

Von Fritz-Peter Linden

Arzfeld Das erlebt man auch nicht so oft: Eine Studie soll präsentiert und diskutiert werden, in diesem Fall im Rat der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld, es geht um die künftige Nutzung der ehemaligen Hauptschule Daleiden. Dort residiert im Erdgeschoss die Grundschule. Darüber: eine ungenutzte, weil schadstoffbelastete Etage (wir berichteten).

Nur: Die VG hat zwar einen neu gewählten Bürgermeister, Johannes Kuhl, der aber wird erst am Freitag, 29. April, vereidigt. Also übernähme der erste Beigeordnete, Gerhard Kauth (CDU), die Leitung. Den aber hat das Virus erwischt (es geht ihm gut, nur ist der Test am Tag der Sitzung noch immer positiv). Die Urheber der Studie vom Büro AXT Architekten in Weidingen: ebenfalls in Quarantäne (aber fit).

Und so springt der zweite Beigeordnete ein, Alfred Pick (SPD). Das Schulgebäude, sagt er, biete derzeit „viel Raum für wenige Kinder“. Nach Meinung aller soll deshalb die obere Etage saniert, umgebaut, neu genutzt werden. Das allerdings, ergänzt Pick, sei eine große Herausforderung. Und Investition.

Ums Geld aber soll es zunächst nicht gehen, sondern nur darum, ob man grundsätzlich mit den Planungen weitermachen wolle, sagt Pick und übergibt an Josef Freichels, den Chef der Abteilung Bürgerdienste in der VG-Verwaltung. Er präsentiert die Studie und nennt vorneweg gleich noch zwei Probleme mit dem Obergeschoss: der mangelnde Brandschutz und das Fehlen eines zweiten Rettungswegs.

Die Architekten sehen eine grundlegende Änderung bei einer zukünftigen Nutzung vor: So soll die Grundschule unter anderem auch Räume in der oberen Etage erhalten. Dafür gibt sie dann unten welche für andere Zwecke ab. Im Keller: die Schulküche.

Auf der ersten Etage sehen die Architekten unter anderem zwei Klassenräume vor, die Mensa und Zimmer für die Tagespflege älterer Bürger – sie sollen auch mit Essen aus der Schulküche versorgt werden.

Außerdem soll die Gemeinde dort Räume erhalten, die auch von Vereinen genutzt werden können. Hinzu kommen vier kleinere, etwa 65 Quadratmeter große Wohnungen. Der Bedarf dafür in Daleiden, sagt uns Gerhard Kauth am Telefon, „ist riesig“.

 Saniert, aber nur unten bisher: die Grundschule Daldeiden.
Saniert, aber nur unten bisher: die Grundschule Daldeiden. Foto: Fritz-Peter Linden

Außen sollen die Zufahrt zum Gebäude geändert und der Schulhof verlegt werden. Der könne, sagt Freichels, dann bei Bedarf auch noch erweitert werden. Hinzu kommen, am Gebäude, Elemente wie ein auf ganzer Breite verlaufender Balkon – „auch als Rettungsweg für Schüler und Bewohner“ – und eine freistehende Kletterwand.

Diese ersten Entwürfe finden Zustimmung bei Michael Horper von der CDU: Man habe sich schon jahrelang Gedanken über das Gebäude gemacht – „ich glaube, dass jetzt in der Tat System reinkommt“. Seine Frage sei nun eher, wie die Ortsgemeinde dazu stehe. Die wiederum, referiert Freichels, sehe sich unter anderem ja noch mit einem weiteren Problem konfrontiert: ihrem sanierungsbedürftigen Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Wofür, klar, kein Geld da ist. Also plane man, den DGH-Saal aufzugeben „und dafür das Schulgebäude zu nutzen“.

„Nicht ganz einverstanden“ mit den bisherigen Ideen zeigt sich Dieter Thommes von der SPD. Die Schule auf zwei Etagen, das gefalle ihm nicht. Ebenso die Reduzierung der Parkplätze. Walter Heinisch (CDU, Ortsbürgermeister von Arzfeld), gibt zu bedenken, dass das ja nur eine Machbarkeitsstudie sei. „Die Details wird die Planung ergeben. Aber die Mehrfachnutzung ist unausweichlich, wie immer die dann auch ist.“

Wolfgang André (Bündnis 90/Die Grünen), sieht es ähnlich: „Wir sind ja erst am Anfang.“ Zunächst gelte es aber festzustellen, dass in der Studie „viele sehr gute Ideen“ stecken. Allerdings hätte man vielleicht einmal mit der Schulleitung reden sollen, bevor man in eine solche Planung gehe. Die Schulleitung, in Person von Sandra Dhur, sitzt zuhörend mit im Raum und zeigt sich im Anschluss noch nicht begeistert von dem, was da präsentiert wurde.

Am Ende entscheiden sich alle dafür, mit der Planung weiterzumachen, die Kosten zu ermitteln und Fördermöglichkeiten zu sondieren. Ums Geld soll es dann später gehen. Das wird der nächste Brocken. Immerhin gehen schon 3,9 Millionen Euro in die Sanierung der benachbarten Sporthalle und 1,1 Millionen in die Erneuerung aller Fenster, kräftig gefördert aus Bundesmitteln, auch dank der Vermittlung von – Ex-Bürgermeister, jetzt im Bundestag – Patrick Schnieder (drei Millionen für die Halle, eine für die Fenster).

Im Telefonat mit Architekt Dirk Axt klärt sich dann ein weiterer Kritikpunkt auf: So sagt er, dass eine Verringerung der Parkflächen überhaupt nicht vorgesehen sei. „Nur eine Verlagerung.“

Wo jetzt übrigens die Lehrer parken, soll der neue Schulhof hin. Das habe vor allem einen Grund: „So erzeugen wir einen kindgerechten Bereich. Der Schulhof jetzt ist ja nur eine Asphaltfläche.“

Auch die „Stapelung“ des Schulbetriebs auf beide Etagen hat einen Grund: So können die künftigen Nutzungsbereiche erstens geräusch- und zweitens brandschutztechnisch voneinander besser abgegrenzt werden.

Und wie gesagt: Noch ist alles nur Anfang, Entwurf und Vorschlag. Das weitere wird in Kürze besprochen und garantiert noch variiert werden.