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Grundschule Rittersdorf ist Sammelstelle für Opfer Hochwasser Eifel

Unwetter und Menschen : Rittersdorfer sammeln für Flutopfer

Die Grundschule Rittersdorf ist übers Wochenende zu einer Anlaufstelle für die Betroffenen des Hochwassers geworden.

Die Pausenhalle der Grundschule Rittersdorf wirkt dieser Tage wie ein Supermarkt. Auf einem Tischchen stehen Kaffeemaschinen, in einer Ecke stapeln sich Waschpulver-Boxen und an einem Haken hängen die Jacken. Kleidung, Hygieneartikel, Spielzeug, Elektrogeräte, alles bereitgestellt von Freiwilligen für die Betroffenen des Hochwassers. Und längst mehr als in das Gebäude passt.

„Wir mussten jetzt einen Aufnahmestopp machen“, sagt Gemeindeassistentin Edith Hilden, die zum sechsköpfigen Organisationsteam der Sammelstelle gehört:  „Die Leute bringen viel mehr Spenden als wir verteilen und ausgeben können.“ Ihre Mitstreiterinnen sind Renate Zender, Renate Stalpes, Erna Strehlen, Claudia Müller, Edith Hilden und Silvia Burgard. Und sie alle hätten nicht gedacht, dass das Angebot von Gemeinde, Pfarreiengemeinschaft und Grundschule so eine Resonanz entfalten würde.

Rund 50 Familien habe man schon helfen können, sie stammen aus umliegenden Dörfern aber auch aus Kordel und Trier-Ehrang. „Die größte Nachfrage gibt es nach Putzmitteln und Hygieneprodukten“, sagt Silvia Burgard: Also nach den Waren, die beim Aufräumen und Saubermachen nach der Flut gebraucht werden.

Verhaltener ist die Nachfrage nach Klamotten. Kaffeemaschinen hingegen gehen gut weg. Burgards Theorie: „Die Leute brauchen morgens einfach einen Kaffee, um das Elend zu ertragen.“ Zum Glück sind aber noch genug von den Geräten da.

Wie man den Flutopfern sonst helfen könnte?  Mit Gutscheinen, heißt es in Rittersdorf, etwa für den Baumarkt, den Elektroladen, einen Supermarkt oder eine Drogerie. „Dann können sich die Leute selbst das kaufen, was ihnen verloren gegangen ist“, sagt Hilden. Putzmittel und Gutscheine sind daher derzeit das einzige, was die Helfer in der Grundschule noch annehmen.

Dass das Angebot auch bei den Betroffenen ankommt, ist an diesem Morgen in der Pausenhalle zu sehen. Einige Familien decken sich hier mit Waren ein, andere werden von den gut 60 Unterstützern beliefert, die mittlerweile auf einer langen Liste stehen.

„Es sind sogar Leute aus Kaiserslautern, Worms, Mainz und weiter entfernten Regionen dabei“, sagt Hilden, die sich den Andrang selbst nicht ganz erklären kann: „Wir danken jedem Helfer von ganzem Herzen. Ohne die unbeschreibliche Unterstützung könnten wir nicht helfen.“

Von Dauer wird der Service aber nicht sein. Spätestens Freitag müssen die Damen umziehen und Platz machen für eine Ferienfreizeit. „Am Mittwoch entscheiden wir, wie es weitergeht“, sagt Silvia Burgard. Eine Lösung wäre, dass eine Hilfsorganisation den Betrieb der Sammelstelle andernorts weiterführt. Bis dahin aber bleibt die Einrichtung von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

 Renate Zender, Silvia Burgard, Erna Strehlen und Edith Hilden sind Teil des Teams, das die Ausgabe der gespendeten Sachen in der Rittersdorfer Grundschule organisiert.
Renate Zender, Silvia Burgard, Erna Strehlen und Edith Hilden sind Teil des Teams, das die Ausgabe der gespendeten Sachen in der Rittersdorfer Grundschule organisiert. Foto: TV/Privat

Sie haben in diesen schweren Zeiten ein Hilfsangebot auf die Beine gestellt, von dem noch mehr Betroffene erfahren sollten? Dann schreiben Sie uns unter: eifel@volksfreund.de.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sammelstelle für Flutopfer in Rittersdorf